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AFRIKA
Aus Nr. 01/02 - 2005

„Der eiserne Baum des Landes Afrika“


Bernardin Gantin: Kurzbiographie



Die von Kardinal Gantin am Grab des Petrus gefeierte Messe kurz vor seiner Rückkehr nach Benin (2002)

Die von Kardinal Gantin am Grab des Petrus gefeierte Messe kurz vor seiner Rückkehr nach Benin (2002)

Sein Nachname heißt soviel wie „eiserner Baum des Landes Afrika“ – und sein Volk und sein Land hat er auch tatsächlich immer im Herzen getragen. Bernardin Gantin wurde 1922 als Sohn eines Eisenbahnbeamten im damaligen Dahomey, dem heutigen Benin, geboren. 1936 trat er dort ins Knabenseminar ein, 1951 empfing er in Ouidah in Benin von Erzbischof Louis Parisot die Priesterweihe.
1953 erfolgte sein Ruf nach Rom. Dort studierte er zuerst an der Universität Urbaniana, dann an der Lateran-Universität, wo er das Lizentiat in Theologie und Kirchenrecht erwarb. Im Dezember 1956 erfolgte seine Ernennung zum Weihbischof der Erzdiözese Cotonou. Johannes XXIII. machte ihn im Januar 1960 zum Erzbischof des Metropolitansitzes. Gantin hat an allen Sitzungen des II. Vatikanischen Konzils teilgenommen. Im April 1971 rief ihn Paul VI. nach Rom und machte ihn zum beigeordneten Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, deren Sekretär er zwei Jahre später wurde. Im Dezember 1975 wurde er zum Vizepräsidenten der Päpstlichen Kommission „Iustitia et Pax“ ernannt, ein Jahr später zum Präsidenten. Im Dezember 1975 wurde er auch Vizepräsident des Päpstlichen Rates „Cor Unum“, ein Jahr später Pro-Präsident, am 4. September 1978 Präsident. Letztere Ernennung war übrigens die einzige Kurienernennung im kurzen Pontifikat von Johannes Paul I.
Im Juni 1977 erfolgte seine Kreierung zum Kardinal, im April 1984 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Präfekten der Kongregation für die Bischöfe und Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika; Ämter, die er bis Juni 1998 innehatte. Im Juni 1993 approbierte der Papst die durch die Kardinäle im Bischofsrang erfolgte Wahl Gantins zum Dekan des Kardinalskollegiums. Am 30. November 2002 gab der Heilige Vater dem Gesuch des afrikanischen Kardinals statt, sein Amt niederlegen zu dürfen und – mit dem Titel des emeritierten Dekans – in seine geliebte Heimat Benin zurückzukehren, wo ein Stück seines Herzens immer geblieben war.


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