In Kirche und Welt
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Mai 2006 -> Inhalt -> Wieviele Flüchtlinge es gibt u.....
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UNO-Daten.
Wieviele Flüchtlinge es gibt und wieviele in den Flüchtlingslagern leben

von Giovanni Cubeddu

 

Im Jaramana-Camp in Damaskus werden Hilfsgüter ausgeteilt.
      Wer sind die palästinensischen Flüchtlinge? Laut offizieller UNO-Definition sind es jene, die zum Zeitpunkt des ersten arabisch-israelischen Konflikts 1948 bereits seit zwei Jahren in Palästina lebten und durch den Krieg ihre Wohnung und Einnahmensquelle verloren haben. Die von dieser traurigen Lage Betroffenen konnten sich – auf freiwilliger Basis – in den entsprechenden Registern der UNO eintragen, die 1950 begonnen hat, dafür zu sorgen, daß sie mit einer medizinischen Grundversorgung, Sozialleistungen, einem Mikrokredit rechnen konnten und zumindest für eine Grundausbildung gesorgt war.
      Was allerdings den immer noch nicht gelösten arabisch-israelischen Konflikt angeht, sind wir heute bereits bei der vierten Generation von Flüchtlingen angelangt.
      Die Vereinten Nationen sind die zuverlässigste Quelle, wenn es um Daten zu diesem Volk ohne Wohnsitz geht – einem Volk, das hauptsächlich über das Gebiet um Gaza und Westjordanland, Jordanien, den Libanon und Syrien verstreut lebt – und das unter den verschiedensten Bedingungen.  
      Bei der ersten Volkszählung von 1950 belief sich die „offizielle“ Zahl auf weniger als 915.0000, derzeit sind es mehr als 4.200.000.
      Die Palästinenser, die anfänglich nach Jordanien flüchteten, konnten erreichen, daß ihre normalen Bürgerrechte nach und nach anerkannt wurden (mit Ausnahme der  100.000 Palästinenser, die eigentlich aus Gaza kamen, das damals Ägypten unterstellt war, und abgesehen von Episoden wie dem „Schwarzen September“ des Jahres 1970). Heute sind es 953.000.
      In Syrien, wo 424.000 Flüchtlinge leben, war die Situation die einer zunehmenden, wenn auch nicht vollständigen sozialen Integration.
      Im Libanon beläuft sich die Zahl der Flüchtlinge auf 400.000: sie haben keine Bürgerrechte und kommen auch nicht in den Genuß von Sozialleistungen.
      In Gaza fallen 961.000 Personen unter die Kategorie „Flüchtlinge“, also drei Viertel der Bevölkerung des Gaza-Streifens.
      Im Westjordanland haben die  687.000 hier lebenden Vertriebenen direkt unter den mit der sie von Israel trennenden „Mauer“ zusammenhängenden Problemen zu leiden.
      Aber die bisher gelieferten Zahlen verdecken eine noch viel bittere Wahrheit, weil unter den Flüchtlingen auch jene sind, die noch heute ausschließlich in den von der UNO verwalteten Flüchtlingslagern leben (zu denen man noch die „inoffiziellen“ Lager zählen müßte). Hier zumindest die offiziellen Daten.
      In Jordanien gibt es derzeit 10  Lager mit mehr als 280.000 Personen.
      In Syrien gibt es 10 Lager mit ca. 112.000 Flüchtlingen.
      Im Libanon gibt es 12 Flüchtlingslager, wo – laut UNO – die größte Zahl von Menschen zusammengepfercht ist, es die meiste Armut gibt; die 210.000 Flüchtlinge, die hier leben, müssen „größte Entbehrungen“ in Kauf nehmen. Ihre Isolation und Frustration ist so groß, daß Außenstehenden davon abgeraten wird, hierher zu kommen. Auch der ehemalige israelische Ministerpräsident  Ehud Barak mußte einmal zugeben, daß er, wenn er lange in einem Flüchtlingslager hätte bleiben müssen, wohl selbst Terrorist geworden wäre.  
      In Gaza sind die meisten Flüchtlinge auf der Welt konzentriert: in 8 Lagern sind 471.000 Flüchtlinge untergebracht; in einem, Camp Beach, leben 78.000 Menschen auf einem Raum von weniger als einem Quadratkilometer. Und wenn der check point von Karni, zwischen Gaza und Israel, aus Sicherheitsgründen von der israelischen Armee geschlossen wird, gehen keine Hilfsmittel mehr durch – und dann ist nur eine Frage der Zeit, bis es zum Knall kommt.
      Im Westjordanland leben 181.000 Flüchtlinge in 19 Lagern.
     

 

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