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UNO-Daten.
Wieviele Flüchtlinge es gibt und wieviele in den Flüchtlingslagern leben
von Giovanni Cubeddu
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 | | Im Jaramana-Camp in Damaskus werden Hilfsgüter ausgeteilt. | | |
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Wer sind die
palästinensischen Flüchtlinge? Laut offizieller UNO-Definition
sind es jene, die zum Zeitpunkt des ersten arabisch-israelischen Konflikts
1948 bereits seit zwei Jahren in Palästina lebten und durch den Krieg
ihre Wohnung und Einnahmensquelle verloren haben. Die von dieser traurigen
Lage Betroffenen konnten sich – auf freiwilliger Basis – in den
entsprechenden Registern der UNO eintragen, die 1950 begonnen hat,
dafür zu sorgen, daß sie mit einer medizinischen
Grundversorgung, Sozialleistungen, einem Mikrokredit rechnen konnten und
zumindest für eine Grundausbildung gesorgt war.
Was allerdings den immer noch nicht gelösten
arabisch-israelischen Konflikt angeht, sind wir heute bereits bei der
vierten Generation von Flüchtlingen angelangt.
Die Vereinten Nationen sind die zuverlässigste
Quelle, wenn es um Daten zu diesem Volk ohne Wohnsitz geht – einem
Volk, das hauptsächlich über das Gebiet um Gaza und
Westjordanland, Jordanien, den Libanon und Syrien verstreut lebt –
und das unter den verschiedensten Bedingungen.
Bei der ersten Volkszählung von 1950 belief sich
die „offizielle“ Zahl auf weniger als 915.0000, derzeit sind es
mehr als 4.200.000.
Die Palästinenser, die anfänglich nach
Jordanien flüchteten, konnten erreichen, daß ihre normalen
Bürgerrechte nach und nach anerkannt wurden (mit Ausnahme der
100.000 Palästinenser, die eigentlich aus Gaza kamen, das damals
Ägypten unterstellt war, und abgesehen von Episoden wie dem
„Schwarzen September“ des Jahres 1970). Heute sind es 953.000.
In Syrien, wo 424.000 Flüchtlinge leben, war die
Situation die einer zunehmenden, wenn auch nicht vollständigen
sozialen Integration.
Im Libanon beläuft sich die Zahl der
Flüchtlinge auf 400.000: sie haben keine Bürgerrechte und kommen
auch nicht in den Genuß von Sozialleistungen.
In Gaza fallen 961.000 Personen unter die Kategorie
„Flüchtlinge“, also drei Viertel der Bevölkerung des
Gaza-Streifens.
Im Westjordanland haben die 687.000 hier lebenden
Vertriebenen direkt unter den mit der sie von Israel trennenden
„Mauer“ zusammenhängenden Problemen zu leiden.
Aber die bisher gelieferten Zahlen verdecken eine noch
viel bittere Wahrheit, weil unter den Flüchtlingen auch jene sind, die
noch heute ausschließlich in den von der UNO verwalteten
Flüchtlingslagern leben (zu denen man noch die
„inoffiziellen“ Lager zählen müßte). Hier
zumindest die offiziellen Daten.
In Jordanien gibt es derzeit 10 Lager mit mehr
als 280.000 Personen.
In Syrien gibt es 10 Lager mit ca. 112.000
Flüchtlingen.
Im Libanon gibt es 12 Flüchtlingslager, wo –
laut UNO – die größte Zahl von Menschen zusammengepfercht
ist, es die meiste Armut gibt; die 210.000 Flüchtlinge, die hier
leben, müssen „größte Entbehrungen“ in Kauf
nehmen. Ihre Isolation und Frustration ist so groß, daß
Außenstehenden davon abgeraten wird, hierher zu kommen. Auch der
ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Barak mußte
einmal zugeben, daß er, wenn er lange in einem Flüchtlingslager
hätte bleiben müssen, wohl selbst Terrorist geworden wäre.
In Gaza sind die meisten Flüchtlinge auf der Welt
konzentriert: in 8 Lagern sind 471.000 Flüchtlinge untergebracht; in
einem, Camp Beach, leben 78.000 Menschen auf einem Raum von weniger als
einem Quadratkilometer. Und wenn der check point von Karni, zwischen Gaza
und Israel, aus Sicherheitsgründen von der israelischen Armee
geschlossen wird, gehen keine Hilfsmittel mehr durch – und dann ist
nur eine Frage der Zeit, bis es zum Knall kommt.
Im Westjordanland leben 181.000 Flüchtlinge in 19
Lagern.

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