Eine Nicht-Kriegs-Zeit
Mit der Zeit ist diese Nachkriegslast leichter geworden und die Welt erlebt gerade – Gott bewahre sie uns – eine ungewöhnliche Nicht-Kriegs-Zeit (ich gebrauche diesen Ausdruck mit Absicht, da der Frieden vielen – nicht immer militärischen – Bedrohungen ausgesetzt ist).
Giulio Andreotti

Ein italienischer Soldat in Herat, Afghanistan.
In Wahrheit sind einzelne, auch gut finanzierte, Versuche fehlgeschlagen: denken wir beispielsweise an die einstmals renommierte Pan American. Damals habe ich Beamte der US-Botschaft in Rom weinen sehen. Es war ein schwerer Schlag für ein Wirtschaftssubjekt, das bis dato in dem Ruf stand, „mehr als solide“ zu sein.
Über die Legalität (und vielleicht manchmal auch Unausweichlichkeit) von „Freundschaftspreisen“ für einige kollektive Dienste will ich mich hier nicht auslassen. Abwechselnd gilt die These, dass das wirtschaftliche Defizit bei den Grunddienstleistungen auf das Kollektiv zurückfällt. Es wäre ja auch mehr als ungerecht, dieses allein zu Lasten derer gehen zu lassen, die diese Dienstleistungen tatsächlich in Anspruch nehmen.
Und dann gibt ja auch noch andere Initiativen, die der Öffentlichkeit zugute kommen: Fahrpreisermäßigungen für Kriegswaisen und -versehrte z.B.
Dank dieser Hilfeleistungen für Kriegsopfer und deren Kinder konnten auch ich und meine Geschwister in den Genuss einer kostenlosen Ausbildung kommen.
Mit der Zeit ist diese Nachkriegslast leichter geworden und die Welt erlebt gerade – Gott bewahre sie uns – eine ungewöhnliche Nicht-Kriegs-Zeit (ich gebrauche diesen Ausdruck mit Absicht, da der Frieden vielen – nicht immer militärischen – Bedrohungen ausgesetzt ist).
Als Kind habe ich damit begonnen, Gott in meinen Gebeten zu bitten, uns vor Pestilenz, Hunger und Krieg zu bewahren (möglich gemacht hatte das der außergewöhnliche Bildungscharakter des Gebets und die hier genannte Gebetsformel war eine mit ganz besonderer Bildungskraft).
In diesem Zusammenhang ist auch die Verlagerung von Streitkräften in besonderen Notfällen erwähnenswert. An sich eine unantastbare Form von Solidarität und internationaler Prävention, die mit Expansionsbestrebungen zu verwechseln ungerecht wäre. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, wie schwer es mir als junger Student fiel, gewisse „Expeditionen“ als allein von Menschlichkeit und Prävention diktiert zu sehen.
Außerdem hat uns einer unserer Lehrer – wenngleich im Rahmen des Erlaubten – zu verstehen gegeben, uns nur ja nicht von den offiziellen Thesen in die Irre führen zu lassen!
Als Kind habe ich damit begonnen, Gott in meinen Gebeten zu bitten, uns vor Pestilenz, Hunger und Krieg zu bewahren (möglich gemacht hatte
das der außergewöhnliche Bildungscharakter des Gebets und die hier genannte Gebetsformel war eine mit ganz besonderer Bildungskraft).
Da fällt mir wieder etwas ein, was mir in meiner
Gymnasialzeit einfach nicht in den Kopf wollte. Warum ist – mit
Ausnahme einiger weniger Hinweise auf die Entdeckung Amerikas und anderer,
ähnlicher Dinge – in den Schulbüchern eigentlich immer nur
von Kriegen die Rede?
Professor Zanoni verbot mir, weiter darüber nachzudenken. Ich hatte seine Nerven ohnehin schon übermäßig strapaziert, als ich gegen die weit verbreitete Annahme protestierte, es sei eine Pflicht, die Engländer zu hassen.
Vor ein paar Jahren, im sichtlich erhitzten Klima der entstehenden Europabewegung, war die Einführung einheitlicher Geschichtsbücher im Gespräch. Ich weiß, dass das aus vielerlei – auch (im weitesten Sinne) kommerziellen – Gründen schwierig ist, aber ich glaube nicht, dass man davon absehen kann, wenn man wirklich Wert legt auf eine integrierte Kultur und Bildung.
Es ist nur natürlich, wenn mir oft die Lehren De Gasperis in den Sinn kommen, die stets von Weitblick und einem seltenen humanistischen Verständnis inspiriert waren.
Mit der nach ihm benannten Stiftung wollen wir bei der Jugend Interesse und Sympathie für den Präsidenten des Wiederaufbaus wecken. Was auch ein mehr als wirksames Mittel gegen die Gefahren des Partikularismus und des intellektuellen Hochmuts ist.Dinge, die so schwer auszurotten sind.