Rubriken
Aus Nr.01 - 2008



Carlo Maria Martini in Jerusalem.

Carlo Maria Martini in Jerusalem.

Kirche/1
Kardinal Martini und die Liebe zum jüdischen Volk

In der La Stampa vom 10. Februar stand eine Synthese des Artikels zu lesen, den Kardinal Carlo Maria Martini für Civiltà Cattolica schrieb (2. Februar). In dem Text sagt der Kardinal, dass „man das jüdische Volk lieben muss mit allem, was sein Leben und seine Kultur ausmacht.“ Der Kardinal gibt besonders dem Wunsch Ausdruck, dass die Gläubigen in der Heiligen Schrift unterwiesen werden. Der Artikel schließt mit folgenden Worten Martinis: „Wenn das ‚Volk Gottes‘ die Bibel erst besser kennt, wird auch das Evangelisierungswerk immer einfacher und spontaner sein‘.“


Kirche/2
Kardinal Ouellet Generalrelator bei der nächsten Bischofssynode

Am 12. Januar wurde der kanadische Kardinal Marc Ouellet, Sulpizianer (64), seit 2002 Erzbischof von Québec, zum Generalrelator der nächsten Bischofssynode (5. bis 26. Oktober) in Rom ernannt. Thema: „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche.“ Sondersekretär wird der Kapuziner Wilhelm Emil Egger (68) sein, seit 1986 Bischof von Brixen-Bozen.


ORIENTALISCHE Kirchen
Syrisch-katholischer Patriarch zurückgetreten

Am 2. Februar nahm der Papst das Rücktrittsgesuch von Patriarch Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad (78) entgegen, seit 2001 Patriarch von Antiochia der syrisch-katholischen Kirche. Gleichzeitig wurden die drei Mitglieder des Komitees ernannt, das das syrisch-katholische Patriarchat bis zur Wahl des neuen Patriarchen leiten wird: Théophile Georges Kassab (63), seit 2000 Erzbischof von Homs, Hama und Nabk der Syrer, der gleichzeitig als Apostolischer Verwalter „sede vacante“ auch die Patriarchal-Eparchie leitet; Gregorios Elias Tabé (67), seit 2001 Erzbischof von Damaskus der Syrer; Athanase Matti Shaba Matoka (78), seit 1983 Erzbischof von Bagdad der Syrer.


Iran
Khamenei und die USA

„Der Iran denkt derzeit nicht an eine Normalisierung seiner Beziehungen zu den USA, aber man kann diese Möglichkeit auch nicht ausschließen. Bestätigt wird das von der Leitung der islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei. ‚Es ist momentan nicht der richtige Zeitpunkt, um unsere Beziehungen zu den USA zu normalisieren, ich werde aber nicht zögern, das zu tun, wenn ich es eines Tages für nützlich halten sollte‘“ (La Stampa, 4. Januar).


Kurie
Neuer Untersekretär beim Päpstlichen Rat für die Familie

Am 9. Februar wurde Don Carlos Simón Vázquez (43), ein Spanier aus dem Klerus der Diözese Coria-Cáceres, zum Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Familie ernannt. Der Professor am Theologischen Institut von Cáceres und an der Theologischen Fakultät von Burgos kann auch ein an der Universität von Navarra erworbenes Lizentiat in Medizin und ein Doktorat in Moraltheologie (Päpstliche Lateran-Universität) vorweisen.


Hongkong
Vom Weihbischof zum Koadjutor

Am 30. Januar wird John Tong Hon (69), seit 1996 Weihbischof von Hongkong, zum Koadjutor dieser Diözese unter dem Salesianer-Kardinal Joseph Zen Ze-kiun ernannt, der im Januar 76 Jahre alt wurde.


Diplomatie
Neue Nuntien in Bangladesh, Ruanda, in der Dominikanischen Republik und in Skandinavien

Am 12. Januar wurde Mons. Joseph Marino zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius in Bangladesh ernannt. Der Amerikaner Marino (55) empfing 1979 die Priesterweihe. Nach seinem Eintritt in den diplomatischen Dienst 1988 war er in verschiedenen Päpstlichen Vertretungen tätig. Stationen seiner Laufbahn waren: die Philippinen, Uruguay, Nigeria, die Sektion für die Beziehungen mit den Staaten des Staatssekretariats, und – zuletzt – Großbritannien. Er beherrscht folgende Sprachen: italienisch, französisch und spanisch.
Am 17. Januar wurde der venetianische Erzbischof Ivo Scapolo (55) zum Nuntius in Ruanda ernannt. Seit 2002 war er Nuntius in Bolivien. Scapolo wird der Nachfolger von Erzbischof Anselmo Guido Pecorari.
Am 24. Januar wurde der polnische Erzbischof Józef Wesolowski (60) zum Apostolischen Nuntius in der Dominikanischen Republik und Apostolischen Delegierten in Puerto Rico ernannt. Seit 2002 war er Päpstlicher Repräsentant in Kasachstan und anderen mittelasiatischen Republiken. Zuvor – seit 1999 – war er Nuntius in Bolivien.
Am 26. Januar wurde der Schweizer Erzbischof Emil Paul Tscherrig (61) zum Nuntius in Schweden, Dänemark, Finnland, Island und Norwegen ernannt. Seit 2004 war er Nuntius in Korea und der Mongolei, sowie in Trinidad und Tobago (2000-2004) und in Burundi (1996-2000).


HL. STUHL
L’Osservatore Romano in Farbe

Ab der Ausgabe vom 3. Februar wird auch der L’Osservatore Romano in Farbe erscheinen. Diese radikale Neuerung, die die erste und die letzte Seite betreffen wird, ist Teil der Grafikreform, die die offiziöse Zeitung des Hl. Stuhls unter Leitung des neuen Teams Giovanni Maria Vian (Chefredakteur) und Carlo Di Cicco (Vize) angekündigt hat.




VATIKAN.

England und der Nachfolger von Paul VI.


Paul VI. bei der Seelenmesse für Aldo Moro.

Paul VI. bei der Seelenmesse für Aldo Moro.

In der la Repubblica vom 13. Januar gab Filippo Ceccarelli den Inhalt einiger geheimer Dokumente des englischen Außenministeriums und aus dem Archiv des britischen Premierministers bekannt. In besagten Dokumenten aus dem Jahr 1976 wird vor einer möglichen Machtübernahme der PCI (kommunistische Partei) gewarnt und über mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert. In einem dieser Dokumente wird auch über einen möglichen Nachfolger von Papst Paul VI. spekuliert, hinsichtlich dessen Gesundheitszustand man recht pessimistisch war. Hier der Text: „Die Frage der Nachfolge ist offen. Vor allem der nicht italienische Klerus wünscht einen ausländischen Papst. Der belgische Kardinal Suenens ist der Meinung, der nächste Papst wäre wieder ein Italiener, womit man das nach dem Konzil entstandene Chaos im Zaum halten will. Aber das wird dann das letzte Mal sein, und für lange Zeit“.




NAHOST

„Jerusalem, vom Kinderspiel gerettet“


Palästinensische Kinder beobachten Juden beim Passieren des Eingangs in die Jerusalemer Altstadt.

Palästinensische Kinder beobachten Juden beim Passieren des Eingangs in die Jerusalemer Altstadt.

„Es ist die Geschichte von Omri und Ziaad. Einem israelischen und einem palästinensischen Kind, die durch Jerusalem geteilt sind. ‚In Jerusalem gibt es Mauern; und um diese Mauern und auch innerhalb derselben ist oft Krieg‘. Den Onkel von Omri hat eine palästinensische Bombe getötet, den Bruder von Ziaad ein israelisches Gewehr. Und dann liegen sie auf einmal, Bett an Bett, in einem Krankenhauszimmer. Sie fürchten sich, meiden einander, haben Angst, miteinander zu reden. Doch dann lässt sie ein Spiel, das eine Krankenschwester mitgebracht hat, diese Angst vergessen: und wenn es möglich ist, miteinander ein Puzzle zu bauen, kann das Schicksal auch ein anderes sein als Bomben und Gewehre. Ziaad hat ‚sehr viel weniger Lust, so viele Israelis wie möglich umzubringen‘; und Omri ist sichtlich verwirrt über diesen Palästinenser, mit dem man so schön spielen kann – ja, der ‚nicht einmal beim Kartenspielen betrügt‘. Und auf einmal kann auch der Tod, die höchste aller Mauern, nicht mehr trennen. Omri sagt: ‚Auch Ismail, der Bruder von Ziaad, ist tot‘. Und genau das ist es: er ist auch tot. Und da kommen zwei Kinder zu folgendem, aufsehen erregenden Schluss: vielleicht schaffen es der Onkel von Omri und der Bruder von Ziaad im Himmel ja, ‚miteinander Dame zu spielen oder ein Puzzle zu bauen‘.“ Soweit die kurze Rezension des Buches Shalom, Omri. Salam, Ziaad (Sinnos-Verlag), geschrieben von Manuela Dviri und illustriert von Staino (zu lesen in Corriere della Sera, 10. Januar, Titel: „Jerusalem, vom Kinderspiel gerettet“).


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