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Aus Nr. 01/02 - 2006

BIOGRAPHIE. Kardinal Jean-Louis Tauran.

Der Außenminister von Johannes Paul II.




Jean-Louis Tauran.

Jean-Louis Tauran.

Der französische Kardinal Jean-Louis Tauran wurde am 5. April 1943 in Bordeaux geboren. Nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums „Michel Montagne“ und zwei Jahren am Diözesanseminar kam er als Schüler des französischen Päpstlichen Priesterseminars nach Rom. Am 20. September 1969 wurde er zum Priester geweiht, 1973 wurde er nach Rom, an die Päpstliche Diplomatenakademie und an die Päpstliche Universität Gregoriana gerufen, wo er den Doktortitel in Kirchenrecht erwarb. Im März 1975, nach erfolgtem Eintritt in den Dienst der vatikanischen Diplomatie, wurde er der Apostolischen Nuntiatur der Dominikanischen Republik zugeteilt, an der er bis 1979 tätig war – bis zu seiner Versetzung an die Apostolische Nuntiatur im Libanon. In Beirut blieb er bis er – im Juli 1983 – mit der Tätigkeit beim Rat für die öffentlichen Angelegenheiten der Kirche betraut wurde, wo er sich hauptsächlich um die internationalen Organismen kümmerte. 1988 wurde er zum „Vizeaußenminister“ des Hl. Stuhls ernannt, zwei Jahre später wurde ihm die Leitung des vatikanischen „Außenministeriums“ übertragen. Ein Amt, das er 13 Jahre lang innehatte, bis zum Jahr 2003, in dem ihn Johannes Paul II. zum Kardinal kreierte und zum Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche ernannte.
Kardinal Tauran ist Mitglied zahlreicher vatikanischer Ministerien. Er gehört beispielsweise der 2. Sektion des Staatssekretariats an; der Kongregation für die Glaubenslehre, der Kongregation für die Orientalischen Kirchen und der für die Bischöfe, der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt, dem Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur und der Verwaltung der Güter des Apostolischen Stuhls. Aber er ist auch ein großer Musikliebhaber, setzt sich gern selbst an den Flügel und ist ein großer Bewunderer Johann Sebastian Bachs, Wolfgang Amadeus Mozarts und Fryderyk Chopins. Auch die Oper hat es ihm angetan, ganz besonders die Tosca von Giacomo Puccini. Und Tauran kann sich auch für Literatur begeistern, am meisten für Biographien bekannter historischer Persönlichkeiten. Derzeit liest er gerade die französische Ausgabe des 2004 im Verlag „Edition du Cerf“ erschienenen Monumentalwerks des amerikanischen Gelehrten John P. Meier, Jesus, a marginal Jew: rethinking the historical Jesus.
Der auf dieser Seite veröffentlichte Text ist der Wortlaut der Ansprache, die Kardinal Tauran am 31. Januar dieses Jahres an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siena zum Thema „Die Nahost-Politik des Hl. Stuhls“ gehalten hat. Eine Begegnung, die im Rahmen des Programms Law & Religion der Abteilung für Öffentliches Recht besagter Hochschule in Siena stattfand. Zu den Organisatoren gehörten nicht nur Prof. Marco Ventura, sondern auch Prof. Giovanni Barberini der Universität Perugia, Verfasser des 2003 in Frankreich erschienenen Buches Le Saint-Siège. Sujet souverain de droit international, zu dem Kardinal Tauran das Vorwort schrieb.
Gianni Cardinale


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