Die Plünderung der Bodenschätze.
Der „verdammte“ Reichtum eines armen Landes
Multinationale Konzerne, die Mineralien abbauen ohne Genehmigung, andere wieder, die exportieren, ohne Steuern zu zahlen. Und der direkte Zusammenhang zwischen einem Krieg, der bereits 5 Millionen Todesopfer forderte, und dem Kampf um die Kontrolle der Bodenschätze.
von Roberto Rotondo

Illegale Diamantensucher in einer Diamantenmine im ehemaligen Zaire. Die Untersuchungen einer Regierungskommission haben ergeben, dass 90% der Fördergenehmigungen, die sich in der Hand nationaler und ausländischer Firmen befinden, illegal sind.

Der kongolesische Präsident Joseph Kabila mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao. Die Volksrepublik China ist auf dem besten Weg, sich zu einem Partner mit Rekordinvestitionen zu mausern. Dank dieser Investitionen im Austausch gegen Naturschätze können wichtige Infrastrukturen gebaut werden.
In der Zwischenzeit macht am anderen Ende des Landes, im Osten, das Staudammprojekt „Grand Inga“ am Kongo-Fluss wieder von sich reden. Ein gigantisches Werk, mit dem ganz Afrika mit Strom versorgt, ja dieser sogar nach Europa exportiert werden soll. Vor einem Monat haben sich sieben afrikanische Regierungen und die wichtigsten Banken und Bauunternehmen der Welt in London an einen Tisch gesetzt, um über das größte Wasserkraftwerk zu sprechen, das je von Menschenhand gebaut wurde. Es ist nicht das erste Mal: böse Zungen behaupten, dass der Kongo die bereitwillige Unterstützung aus dem Ausland den lukrativen Verdienstmöglichkeiten zu verdanken hat, die man sich von diesem Projekt erhofft, und dass schon dem Afrikanischen Weltkrieg 2003 aus genau diesen Gründen ein Ende gesetzt werden konnte. Wer weiß, ob es dem „Grand Inga“ – von der Afrikanischen Union als Antriebsfeder des gesamten Kontinents bezeichnet – gelingen wird, 90% der kongolesischen Bevölkerung das Licht zu bringen, das sie heute noch nicht haben, oder ob auch er an diesem Land unbemerkt vorüberziehen wird, das so „verdammt reich“ ist.