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Aus Nr. 03 - 2004

USA UND HL. STUHL. Der weite Weg


Die Vorstellung des Buches von Jim Nicholson, US-Botschafter beim Hl. Stuhl, an der Päpstlichen Lateran-Universität am 31. März 2004. Die Beiträge von Senator Giulio Andreotti, Kardinal Jean-Louis Tauran und Jim Nicholson.


Giulio Andreotti


Momentaufnahmen der Vorstellung des Buches USA und Hl. Stuhl. Der weite Weg an der Päpstlichen Lateran-Universität (31. März 2004). Senator Giulio Andreotti, der Herausgeber des Buches, Giovanni Cubeddu, Kardinal Jean-Louis Tauran und der US-Botschafter beim Hl. Stuhl, Jim Nicholson

Momentaufnahmen der Vorstellung des Buches USA und Hl. Stuhl. Der weite Weg an der Päpstlichen Lateran-Universität (31. März 2004). Senator Giulio Andreotti, der Herausgeber des Buches, Giovanni Cubeddu, Kardinal Jean-Louis Tauran und der US-Botschafter beim Hl. Stuhl, Jim Nicholson

GIULIO ANDREOTTI:
Gerne hat unsere Zeitschrift zum 20. Jahrestag der Anknüpfung diplomatischer Beziehungen zwischen USA und Hl. Stuhl die Rekonstruktion der Geschichte der langen Periode veröffentlicht, die diesen Beziehungen vorausging und die umso unverständlicher geworden war, als die Nuntiaturen und relativen Botschaften – 1939 waren es 38 – im Laufe des Pontifikats von Johannes Paul II. von 108 auf 172 angestiegen sind.
Ihre Mission, sehr geehrter Herr Botschafter, wird in die Geschichte eingehen, weil Sie nur wenige Stunden nach dem 11. September 2001, den schrecklichen Attentaten von New York, dem Papst Ihr Beglaubigungsschreiben überreichten; jenem Datum, das die Geburt eines beängstigenden globalen Problems bezeichnete, dem sich niemand entziehen kann und das tiefe Reflexionen und Opfer erfordert. Präsident Bush erklärte Bin Laden prompt zum Verräter seiner Religion und räumte so, in weiser Voraussicht, die Versuchung eines Kreuzzuges gegen den Islam aus, was die neuen Terroristen vielleicht gerade bezweckt hatten und noch heute bezwecken.
Die Fortsetzung dieser Monographie kann nicht nur mit geschichtlichen Analysen und der Darlegung von Fakten von größter Aktualität aufwarten, sondern wird auch durch zwei Vorworte bereichert: dem von Kardinal Jean-Louis Tauran (außergewöhnlicher „Mittelsmann“ der Papst-Diplomatie), und dem von US-Außenminister Colin Powell, von dem ich vor langer Zeit, bei einer Versammlung, an der auch er teilnahm, einmal spontan gesagt habe, daß er mir eher wie ein Diplomat als ein Soldat vorkäme.
Gerne hat unsere Zeitschrift zum 20. Jahrestag der Anknüpfung diplomatischer Beziehungen zwischen USA und Hl. Stuhl die Rekonstruktion der Geschichte der langen Periode veröffentlicht, die diesen Beziehungen vorausging und die umso unverständlicher geworden war, als die Nuntiaturen und relativen Botschaften – 1939 waren es 38 – im Laufe des Pontifikats von Johannes Paul II. von 108 auf 172 angestiegen sind.
Auf diesen Seiten geschichtlicher Chronik tritt eine einzigartige Beurteilung Pius’ IX. zutage. Die großen Öffnungen, von denen der Beginn seines Pontifikats gekennzeichnet war, wurden in Amerika überaus positiv beurteilt, was allerdings nicht bedeutete, daß man die Geste des Kommandanten der „Constitution“ guthieß, der im Hafen von Gaeta angelegt hatte und den dort im Exil befindlichen Papst auf sein Schiff einlud. Der Offizier wurde in Gewahrsam genommen und starb, als der Prozess noch nicht abgeschlossen war. Vielleicht sollte darauf hingewiesen werden – ich selbst habe bei meinen Studien zu Pius IX. dahingehende Elemente gefunden – daß das amerikanische Volk kulturell eher für die römische Republik Verständnis aufbringen konnte als für den Kirchenstaat und den Autoritarismus der Monarchien.
Davon einmal abgesehen wurden diejenigen, welche aus dem wiederhergestellten Staat des Papstes geflohen waren, mit offenen Armen [in Amerika] empfangen. Wer in den Kongresspalast in Washington kommt, kann das Gewölbe des großen zentralen Saales bewundern: ein Werk des Malers Costantino Brumidi, der bei der Rückkehr von Pius IX. sozusagen „Fersengeld gab“ und jenseits des Ozeans eine neue Heimat und einen neuen Schaffensbereich fand.
Die Furcht, die die Amerikaner in Sachen Beziehungen mit Rom einfach nicht loslassen will, hat damit zu tun, daß man die Verfassung eifersüchtig vor jeglicher religiöser Diskrimination oder Infiltration bewahren will. Vorsicht: das ist wahrlich keine Bezichtigung des Agnostizismus.
Ich möchte hier auch daran erinnern, daß Präsident De Gasperi, damals voller Sorge um das Überleben in Italien, bei seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten erklärt hatte, am bewegtesten gewesen zu sein über die Inschrift auf dem Friedhof von Arlington, wo der unbekannte Soldat „jedem unbekannt“ ist, „nur nicht Gott.“
Eingehendst beschreibt die Monographie von Botschafter Nicholson die komplexe Konstruktion der Beziehung, von der wir hier sprechen. Da ist die Rede von der langen amerikanischen Mission des Päpstlichen Gesandten, Kardinal Satolli, Ende des 19. Jahrhunderts, mit der nicht einfachen Anknüpfung der Beziehung zum Episkopat; da ist die vollkommen unverhältnismäßige Reaktion für und gegen die Entsendung von General Clark als festen Repräsentanten in Rom (1069 Briefe dagegen und nur 186 dafür); dann folgt eine Reihe von prozeduralen Schachzügen, die darauf abzielten, dieses Ansinnen zu unterstützen oder zu verhindern – indem man es als ein Problem der öffentliche Ausgaben, im Zuständigkeitsbereich des Senats, darstellte.
Die Verflechtung der Geschichte zweier großer Persönlichkeiten – Präsident Roosevelt und Pius XII. – (ja, zuvor noch Kardinal Pacelli bei seiner, von Pius XI. gewollten Reise über den Atlantik) stellt einen Moment der Begegnung dar, mit der Suche nach gemeinsamen Wurzeln in der rooseveltschen Sozialpolitik und der Soziallehre der Kirche.
Jean-Louis Tauran mit Jim Nicholson

Jean-Louis Tauran mit Jim Nicholson

Die amerikanische Regierung bemühte sich darum, Italien vom Kriegseintritt abzuhalten und schätzte die diesbezüglichen Bemühungen des Vatikans, beispielsweise den Besuch des Papstes am Quirinal im Dezember 1939, der einen Moment lang von Erfolg gekrönt zu sein schien. Die Historiker haben noch heute keine einhellige und detaillierte Erklärung dafür, warum Mussolini beschloß, in den Krieg einzutreten. Dokumentiert ist allerdings die Unterschätzung des amerikanischen Kriegspotentials. In den Archiven unseres damaligen Kriegsministeriums liegt ein sehr detaillierter Bericht des Militärattachés in Washington, General Marras, über dieses gigantische Potential vor. Der die eigenartige Anmerkung enthält, daß das der Minister (der – ich betone – Mussolini selbst war) nicht zu wissen bräuchte.
Der Kriegseintritt Italiens brachte das Diplomatische Korps in große Verlegenheit, das gezwungen war, hinter apostolischen Mauern Schutz zu suchen. Im Vatikan lebte die Nummer zwei der Vertretung, Mr. Tittman, aber, dank Abkommen mit der italienischen Regierung – die sich um seine Reise via Lissabon kümmerte – konnte Myron Taylor am 17. September 1942 für zwei Wochen nach Rom kommen. In dieser Zeit führte er nicht nur zahlreiche Gespräche mit dem Staatssekretariat, sondern wurde auch persönlich vom Heiligen Vater empfangen (am 17. September 1942).
In einer Depesche des italienischen Botschafters Guariglia an Minister Ciano (die ich hier abschreibe) steht: „Taylor hat dem Heiligen Vater im Namen von Präsident Roosevelt gesagt, daß das Bündnis und die Zusammenarbeit Amerikas und Englands mit Rußland auf soliden Grundlagen steht und von Mißverständnissen frei ist. Mit Rußland besteht eine Solidarität nicht nur in Sachen Krieg, sondern auch in der politischen Aktion: Amerika ist entschlossen, das bolschewistische Rußland auch an den Verhandlungen für den zukünftigen Frieden und die Einrichtung desselben teilnehmen zu lassen.
Auf diese Mitteilung antwortete der Heilige Vater mit der Frage, wie sich Amerika und England auf sozialer, moralischer und wirtschaftlicher Ebene mit Rußland, Sitz des Kommunismus, abstimmen könnten. Taylor antwortete, daß diese Einwände inzwischen nicht mehr der Evolution entsprächen, die der Kommunismus sowohl als Partei als auch in Sachen staatlicher Führung durchlaufen hätte.
Der sowjetischen Lehre und Organisation war inzwischen [so Taylor weiter] viel Aufmerksamkeit geschenkt worden, die Prinzipien des Kommunismus hatten sich inzwischen verbreitet, konnten gewissermaßen in das Gewissen und die Konzepte der modernen Welt eindringen; es war also eine Frage der Form und Anpassung an die einzelnen Bedingungen der verschiedenen Länder und der verschiedenen sozialen Gruppen, denen natürlich Rechnung getragen werden mußte, die aber die neue internationale Ordnung unweigerlich, im sozialen Bereich ebenso wie im wirtschaftlichen und politischen, der Anpassung und Versöhnung der alten Prinzipien mit denen aus der kommunistischen Lehre geborenen zuführen wird.“
Im Vatikan hatte sich in der Zwischenzeit ein dichtes Informationsnetz herausgebildet, und zwar sowohl, um amerikanische Familien über das Schicksal ihrer in Europa kämpfenden Söhne zu informieren, als auch um Beziehungen zu den italienischen Kriegsgefangenen anzuknüpfen. Während des II. Vatikanischen Konzils dankten die Streitkräfte – in einer feierlichen Danksagungszeremonie – den Kardinälen und Bischöfen, die mit unseren Soldaten, auf allen Kontinenten, solidarisch waren, ihnen Nachricht von ihren Familien gebracht hatten. Unter den Militärbischöfen gebührt besonders einem Dank: dem Erzbischof von New York, Kardinal Francis Spellman, der damals, als Italien in Washington keine Freunde mehr hatte, als erster für uns eingetreten war und somit unseren mühevollen Wiederaufstieg ermöglicht hatte.
Ich empfinde die auch moralische Verpflichtung, hier an die großartige Hilfe zu erinnern, die das amerikanische Volk dem italienischen Volk zukommen ließ; eine Hilfe, die derart intensiv war, daß man sie wirklich providentiell nennen kann.
Die Kardinäle Agostino Cacciavillan, Dario Castrillón Hoyos und Pio Laghi

Die Kardinäle Agostino Cacciavillan, Dario Castrillón Hoyos und Pio Laghi

In diesem Zusammenhang fällt mir die Schaffung der Bubenstadt durch Msgr. John Patrick Carroll-Abbing ein, einem wunderbaren Priester, der 1987 emblematisch mit einem feierlichen Zeremoniell zum Ehrenbürger Roms erklärt wurde.
Doch noch ein anderer hat sich intensiv und engagiert für die Interessen der Kirche, Amerikas und Italiens eingesetzt: General Anthony Vernon Walters, der einst in der Toskana mit der brasilianischen Armee gekämpft hatte, Militärattaché an der US-Botschaft in Rom, Botschafter in Bonn und bei den Vereinten Nationen und Vize-Direktor des CIA unter George Bush war.
Dieser außergewöhnliche Polyglotte wurde von Präsident Eisenhower und anderen Präsidenten der Vereinigten Staaten mit heiklen Missionen betraut, was auch regelmäßige Besuche im Vatikan bedeutete, um demjenigen Bericht zu erstatten, den er mit sohnesgleichem Respekt die „Nummer eins“ nannte. Päpste und Präsidenten folgten aufeinander, aber Vernon Walters behielt seine inoffizielle Rolle und fand bei seinen zahlreichen Besuchen stets ausreichend Zeit, in der Amerikanischen Kirche Santa Susanna zu beten.
In meiner Einleitung zu dem Buch habe ich darauf hingewiesen, daß ich beim Rom-Besuch von Präsident John Kennedy, bei einem vom US-Botschafter organisierten Frühstück, Gelegenheit hatte, den Präsidenten zu fragen, wann man denn nun eine zweite Botschaft einrichten würde. Wirkte sich die Tatsache, daß er Katholik war, positiv oder negativ darauf aus? Er gab mir die klare und deutliche Antwort, daß er sich nach seiner Wiederwahl um die Sache kümmern würde. Leider wurde er ermordet, und damit war schon seiner ersten Amtszeit ein frühes Ende gesetzt.
Präsident Reagan war es schließlich, der die Botschaft im Vatikan einrichtete, mit seinem Freund William Wilson, den ich zu meiner großen Freude vor ein paar Monaten hier, bei seinem Besuch in Rom, treffen konnte. Botschafter Nicholson betont, daß das Weiße Haus und der polnische Papst auf einen gemeinsamen Nenner kommen konnten, weil sie beide erkannt hatten, welche Rolle sie dabei spielen konnten, durch Solidarnosc, das sowjetische Regime zu Fall zu bringen. Und Reagan wiederum schenkte Gorbatschow sein Vertrauen und konnte so mit der Reduzierung der Atomwaffen um die Hälfte ein Meisterwerk zustandebringen.
Mit großem Mitgefühl wandern unsere Gedanken zu dem heute kranken Reagan, der, seit nunmehr einigen Jahren, in der Stille seines geliebten Kalifornien an der Schwelle eines schleichenden Todes steht, der, fast schon wie um ihn zu ärgern, auf sich warten läßt.
In der Zwischenzeit wurden weitere Schritte in der von Reagan eingeschlagenen Richtung der Abrüstung nicht nur von internationalen Umständen vereitelt, sondern wir mußten – trotz des Falls des Sowjetregimes – miterleben, wie unter dem Banner des erbarmungslosen Terrorismus neue Kriegsfronten entstanden sind.
Im zweiten Teil seines Essays nimmt der Botschafter einige aktuelle Aspekte in der Beziehung mit dem Hl. Stuhl unter die Lupe.
Natur und Perspektiven der beiden internationalen Größen sind sehr unterschiedlich, und auch das Angehen der großen Fragen, wie der des Friedens und der Entwicklung, kann nur zum Teil übereinstimmen. Man muß jedoch – besonders in einer Phase großer Besorgnis, der Suche nach Schemata, der Spannungen verschiedener Art – um Konvergenz bemüht sein, darum, Vorurteile und allzu starre Barrieren zu überwinden. Auch bei der Ausarbeitung eines gültigeren Modells für die Restrukturierung der UNO muß man objektiv auf einen Nenner kommen.
Wenn grundlegende Thesen – wie die die Verteidigung des Lebens betreffenden – aufeinanderprallen, wie das bei der Konferenz von Kairo der Fall war, ist kein Vergleich möglich. Aber die Bereiche, wo Verständnis und gegenseitige Unterstützung möglich sind, sind nicht marginal. In einem Moment, in dem sich die Vergangenheit zu wiederholen scheint, kann die Kirche, als Erzieherin, Mißverständnisse und Interessenskonflikte überwinden helfen. Das hier behandelte Thema der Biotech-Nahrung erinnert z.B. sehr an die Polemiken, die seinerzeit um die Einführung chemischer Düngemittel entstanden waren. In einer in ständigem Wachstum begriffenen Welt, das nach unserer theologischen Anschauung nicht fatalerweise vom Fehlen von Brot behindert werden darf, müssen wir Innovationen begrüßen; ja, sie unterstützen und uns von Mißtrauen und verschiedenen Arten von Protektionismus freimachen.
Besonders bei dem „heißen Eisen“ Irak war der Dialog wahrlich kein einfacher.
Auf historischer Ebene hat sich Saddam Hussein selbst zum Ordnungshüter erklärt und der iranischen Revolution den Kampf angesagt – noch dazu den schrecklichen chemischen Krieg. Italien war da schon weiser. Natürlich gaben die Übertreibungen der Teheraner „Führung“ Anlaß zu Besorgnis, aber man konnte unmöglich Saddam als Wiederhersteller des kaiserlichen Modells sehen, das besonders in der letzten Phase alle möglichen Grenzen überschritten hatte. Saddam, der weiterhin kräftig vom Westen und einigen arabischen Ländern (siehe Ägypten) unterstützt wurde, fühlte sich ermutigt, in Kuwait einzumarschieren, in der Überzeugung, die UNO würde sich, wie üblich, auf feierliche Dokumente voller Vorwürfe beschränken. Punktum.
Man kann auch mit einer gewissen moralisch-historischen Besorgnis sagen, daß Saddam, wenn er nicht in Kuwait einmarschiert wäre, wohl immer noch am Ruder säße und weiter ungestört die Kurden und andere Bevölkerungsschichten verfolgen könnte, unter der Bedingung, daß er die gefürchtete operative Feindseligkeit gegen Israel nicht noch anstacheln würde.
Und beim gegenwärtigen Stand der Dinge ist es übrigens gar nicht so wichtig – besonders bei unserer Zusammenkunft, hier an der Lateran-Universität – sicherzustellen, ob der Diktator nun wirklich Massenvernichtungswaffen besaß, und wieviele es waren. Das Problem ist jetzt zu erkennen, wie man in der ehemaligen Diktatur günstige Lebensbedingungen für alle schaffen kann. Es wäre ungerecht, gewissen – amerikanischen oder anderen – politischen Positionen zu unterstellen, nur von Ölgier getrieben zu sein. Aber noch ungerechter ist es, nicht zu verstehen, daß die Kirche bei ihrem unverzagten Eintreten für den Frieden keinen Sorgen um den Markt unterworfen ist. Wenn man bei einer rein materiellen Optik bleibt, begegnet man krassen Widersprüchen.
Eine letzte Anmerkung zu Pius IX. Wenn er nicht bei seiner eindeutigen Ablehnung eines Krieges gegen Österreich geblieben wäre, hätte er womöglich – ich sage womöglich – den Kirchenstaat in ein konföderatives Modell retten können, wobei allein Norditalien befreit und geeinigt gewesen wäre. Garibaldi und Mazzini schlossen sich Giobertis Beifall an.
Die unüberbietbare Verpflichtung für den Frieden – auch abgesehen von den gelehrten Zitaten des Augustinus – ist eine feste Linie, von der die modernen Päpste, nunmehr befreit von allen zeitlichen Sorgen, nie mehr abweichen können.

Botschafter Jim Nicholson.

Botschafter Jim Nicholson.

JIM NICHOLSON:
Dieses Jahr können wir den 20. Jahrestag der Anknüpfung formaler diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Hl. Stuhl begehen. Ich habe unsere Beziehung oft als Beziehung zwischen der zeitlichen Supermacht der Welt und der geistlichen Supermacht der Welt bezeichnet, deren beider Priorität das Vorantreiben der Menschenwürde ist. Als ich US-Botschafter beim Hl. Stuhl wurde, erkannte ich, daß die Geschichte dieser Partnerschaft nicht sehr bekannt war. Als mir 30Tage anbot, sie aufzuschreiben, war das für mich eine willkommene Gelegenheit, meinen Beitrag zur Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen meinem Land und dem Hl. Stuhl zu leisten.
Ich möchte Herrn Senator Andreotti und 30Tage für ihr Interesse für die Vereinigten Staaten danken wie auch für die Gelegenheit, über unsere Beziehungen zum Vatikan zu schreiben. Mein besonderer Dank gilt auch dem stellvertretenden Chefredakteur von 30Tage, Giovanni Cubeddu, und seinem Team, für ihre hervorragende Mitarbeit und Professionalität bei beiden Teilen des Buches Der weite Weg – es war ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten. Giovanni ist ein geduldiger Mann, wenn es um Veröffentlichungstermine geht – wenn ich auch sagen muß, daß wir seine Geduld mehr als einmal auf eine harte Probe gestellt haben. Eine besondere Ehre ist es für mich, daß Seine Eminenz Kardinal Tauran und Außenminister Colin Powell dieses Buch mit einem Vorwort bereichert haben, in dem sie ihre Perspektive zu dieser Beziehung darlegen. Und schließlich gilt mein Dank auch Bischof Fisichella für sein Interesse an diesem Thema und für die Gastfreundschaft, die er uns heute abend hier im Lateran gewährt.
Die zweite Ausgabe von Der weite Weg beschreibt dann den Rest unserer Geschichte, bis zu unserem 20. Jahrestag. Die zentrale Frage dieser letzten Periode war der Krieg im Irak – ein Punkt in unserer Beziehung, der zu manchem Mißverständnis führte.
Es ist ein Vergnügen, heute abend soviele Freunde zu sehen. Ganz besonders freue ich mich, hier soviele Kollegen aus dem Vatikan und dem Diplomatischen Korps zu sehen, mit denen ich in den vergangenen Jahren zusammenarbeiten konnte. Als ich vor zwei Jahren mit der Hilfe einer Gruppe junger Forscher mit meiner Arbeit am ersten Band von USA und Hl. Stuhl. Der weite Weg begann, konnte ich die interessante Feststellung machen, daß diese Beziehung in den ersten Jahren der Amerikanischen Republik begonnen hat. Unter den ersten Protagonisten befanden sich Persönlichkeiten wie George Washington, Benjamin Franklin, der Jesuit John Carroll und Papst Pius VI.
Ein paar Jahrhunderte lang waren die diplomatischen Beziehungen zwischen USA und Hl. Stuhl von einem ständigen Auf und Ab gekennzeichnet, wurden vom geo-politischen Klima der jeweiligen historischen Periode beeinflußt. In diesen ersten Jahren wurden Konsuln und Minister beim damaligen Kirchenstaat ernannt, um US-Bürgern beiseite zu stehen und die Handelsinteressen der USA voranzutreiben. Mit dem Ende des Kirchenstaates 1870 wurde die Beziehung erst einmal lange auf Eis gelegt, und in dieser Zeit bestand das Engagement der Vereinigten Staaten und des Hl. Stuhls zwar weiter, aber auf diplomatischer Distanz.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Bedrohung, die das für Freiheit und Gerechtigkeit darstellte, war dieses begrenzte Engagement nicht länger haltbar. Präsident Roosevelt, der erkannte, welch wichtige Rolle der Hl. Stuhl in Europa spielte, ernannte Myron Taylor zu seinem Persönlichen Vertreter bei Papst Pius XII. Taylor sollte sich als wichtiger Mittelsmann zwischen Präsident und Papst erweisen, als die USA erfolglos versuchten, Italien vom Kriegseintritt abzuhalten. In Treue zu der humanitären Prägung, die Roosevelt seiner Mission gab – eine Mission, die wir noch heute erfüllen – arbeitete Taylor eng mit dem Vatikan dabei zusammen, die unzähligen Kriegsflüchtlinge in Europa mit Nahrung zu versorgen, den Opfern des vom Krieg gebeutelten Osteuropa unter die Arme zu greifen und alliierten Kriegsgefangenen zu helfen.
Der Versuch Präsident Trumans, die Beziehung durch die Ernennung von General Mark Clark, Held des 2. Weltkriegs, zum US-Botschafter zu konsolidieren, stieß im Kongress auf Wiederstand, wo man sich über die Frage der Trennung von Kirche und Staat Sorgen machte. Als Ergebnis gab es in den 70er und 80er Jahren zwar gelegentliche Vertreter, aber erst 1984, mit Johannes Paul II. und seinem kritischen Eintreten für Freiheit und Gerechtigkeit, beschloß Präsident Reagan, daß es sich die Vereinigten Staaten nicht länger leisten konnten, ohne einen Botschafter beim Hl. Stuhl zu sein. Präsident Reagan erkannte, in dem polnischen Globetrotter einen Freund und Verbündeten für den Versuch gefunden zu haben, den Eisernen Vorhang „einzureißen“, und es gelang ihm endlich auch, den erwünschten Konsens des US-Kongresses zu erhalten. Er ernannte William Wilson zum ersten US-Botschafter beim Hl. Stuhl. Als Wilson im April 1984 Papst Johannes Paul II. sein Beglaubigungsschreiben überreichte, sagte ihm der Papst, daß die erneuerte Kollaboration zwischen Vereinigten Staaten und Hl. Stuhl bedeuten sollte, „sich gemeinsam um die Verteidigung der Würde und der Rechte der menschlichen Person zu bemühen.“ Die Worte des Papstes sollten richtungsweisend sein für die Zukunft dieser vitalen Partnerschaft zwischen zwei der maßgeblichsten Stimmen auf der Welt in Sachen Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde.
Zwanzig Jahre später kann ich bestätigen, daß sich die Partnerschaft als wertvoll erwiesen hat – für die Vereinigten Staaten, den Hl. Stuhl, und die Sache der Menschenwürde. In diesen vergangenen 20 Jahren Zusammenarbeit haben die Vereinigten Staaten und der Hl. Stuhl den Niedergang des Kommunismus beschleunigen geholfen, und zwar sowohl durch unsere enge Konsultation über die Entwicklungen in Polen als auch, was das angeht, was einer von Präsident Reagans Beratern als „gemeinsame spirituelle Sicht und gemeinsame Sicht in Sachen Sowjetreich“ bezeichnete, in der Überzeugung, daß die Gerechtigkeit letztendlich siegen würde. In gleicher Weise wandten sich die USA und der Hl. Stuhl in Mittelamerika gegen kommunistische Aufstände und stellten die Stabilität in der Region wieder her. Und auch auf den Philippinen standen die USA und der Hl. Stuhl auf der Seite der Freiheit, als wir beide dabei halfen, das Land einem friedvollen Übergang zur Demokratie zuzuführen. Im internationalen Bereich fördern wir auch weiterhin die Menschenrechte, die Religionsfreiheit und die Würde des menschlichen Lebens auf jedem Kontinent.
Die erste Ausgabe des „Weiten Weges“ schildert die Beziehung von Anbeginn bis zu meinem Amtsantritt, der mit den tragischen Terroranschlägen vom 11. September zusammenfiel. Sie behandelt auch die Unterstützung des Hl. Stuhls für das Einschreiten der USA gegen die von Al Qaeda ausgehende Bedrohung – wozu auch Seine Eminenz Kardinal Tauran Stellung nahm. Die zweite Ausgabe von Der weite Weg beschreibt dann den Rest unserer Geschichte, bis zu unserem 20. Jahrestag. Die zentrale Frage dieser letzten Periode war der Krieg im Irak – ein Punkt in unserer Beziehung, der zu manchem Mißverständnis führte. Ich war daher froh über die mir von 30Tage gebotene Gelegenheit, eine Fortsetzung von Der weite Weg zu schreiben, um hier die ein oder andere Klärung zu liefern.
Lassen Sie mich zunächst einmal sagen, daß die wahre Bewährungsprobe für eine starke Beziehung zwischen Nationalstaaten ist, ob sie Spannungen und Meinungsverschiedenheiten standhalten kann. Der Krieg im Irak lieferte den Vereinigten Staaten und dem Hl. Stuhl eine solche Probe, obwohl man sich hier nicht so sehr über den Zweck uneinig war als vielmehr die Mittel. Wir haben diesen Test bestanden, weil die USA und der Hl. Stuhl stets ein besonderes Interesse für das irakische Volk hatten und darum bemüht waren, beim Aufbau einer demokratischen und blühenden Zukunft für die arg in Mitleidenschaft gezogenen Iraker zu helfen. So war die Caritas des Hl. Stuhls in der Tat schon vor, während und auch nach dem Krieg im Irak tätig und arbeitete eng mit den USA am Wiederaufbau einer Infrastruktur in Sachen Gesundheitswesen zusammen. Auch die chaldäische Kirche, mit mehr als einer halben Million Katholiken im Irak, hat sich für Mäßigung und religiöse Toleranz ausgesprochen. Der chaldäische Patriarch hält einen ständigen Dialog mit dem amerikanische Administrator, Botschafter Bremer, aufrecht, bespricht sich mit ihm in Fragen Hilfeleistung, Wiederaufbau und Religionsfreiheit. Meine Frau Suzanne und ich hatten das Privileg, den Patriarchen kurz nach seiner Wahl in Rom zu treffen, und er begrüßte mich mit den Worten: „Danke, daß ihr mein Land befreit habt!“.
Trotz unserer Kooperation im Irak besteht kein Zweifel daran, daß die Zeit vor dem Krieg eine besonders intensive Phase unseres bilateralen Dialogs bezeichnete. Der Hl. Stuhl entpuppte sich als Angelpunkt für die diplomatische Aktivität der Länder auf beiden Seiten der Irak-Frage. Meine Botschaft war sich im Klaren über die Maßgeblichkeit der Stimme des Hl. Stuhls und bemühte sich, den vatikanischen Beamten die Besorgnis über den Irak mitzuteilen, verwies besonders darauf, daß dieser seit nunmehr 12 Jahren gegen UN-Resolutionen verstieß, Massenvernichtungswaffen gegen sein eigenes Volk einsetzte, sowie auf die kontinuierlichen internen Unterdrückungsmaßnahmen und Menschenrechtsverletzungen. Wir konnten erkennen, daß die vatikanischen Beamten die Sorge über Saddam Husseins Regime teilten und wie wir auch wünschten, daß nukleare, chemische und biologische Waffen nicht weiter verbreitet würden. Höhere Beamte waren darum bemüht, den irreführenden öffentlichen Eindruck zu berichtigen, daß der Hl. Stuhl für den Irak Sympathien hege.
IRAKISCHE VERFASSUNG.
Der Präsident des irakischen Regierungsrates, Mohammed Bahr al-Ulloum, unterzeichnet die provisorische Verfassung (8. März 2004)

IRAKISCHE VERFASSUNG. Der Präsident des irakischen Regierungsrates, Mohammed Bahr al-Ulloum, unterzeichnet die provisorische Verfassung (8. März 2004)

Das soll aber nicht heißen, daß der Hl. Stuhl den Krieg unterstützte. Der Papst war nicht für den Krieg. Er ist gegen jeden Krieg, denn er ist ein Mann des Friedens. Aber er ist kein Pazifist! Er bekräftigte mit Nachdruck, was die Kirche über den Krieg lehrt – daß er manchmal als allerletztes Mittel notwendig ist, und daß es den zivilen Behörden obliegt, darüber zu befinden, ob eine Militäraktion erforderlich ist, um ihre Bürger zu schützen. Der Hl. Stuhl teilte uns die moralischen und ethischen Kriterien für seine Einschätzung der Situation im Irak mit. Kardinal Laghi leistete, als Vertreter des Papstes, gute Arbeit dabei, die Position des Vatikans darzulegen. Der Präsident hörte ihm aufmerksam zu; ich war dabei. Dann traf er seine Entscheidung aufgrund der vom Irak ausgehenden Bedrohung und seiner Verantwortung für das amerikanische Volk.
Das Ergebnis ist, daß das irakische Volk nun die Chance hat, in Freiheit zu leben und die Ära der Massengräber, Folter und Unterdrückung hinter sich lassen kann. Dieser Übergang ist mit Kosten verbunden, und wird auch nicht einfach sein, aber mit einem friedlichen, stabilen und demokratischen Irak ist die Welt eindeutig besser dran. In Anerkennung dieser neuen Chance sagte der vatikanische Kardinalsstaatssekretär Angelo Sodano im Januar zu Vize-Präsident Cheney, daß es der Hl. Stuhl bedauere, daß Amerikaner und Menschen anderer Nationen ihr Leben lassen mußten und wies darauf hin, daß der Hl. Stuhl diese braven Soldaten als „Arbeiter für den Frieden“ bezeichne.
Unser Eintreten für die Anerkennung von Menschenrechten und Menschenwürde im Irak sind Teil der Strategie der Vereinigten Staaten, sich gegen die Verletzung der unveräußerlichen Forderung der Menschenwürde auszusprechen und aktiv am Vorantreiben des Friedens zu arbeiten. Die Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten zeigt deutlich das Hauptziel unseres internationalen Engagements, das lautet: „nachdrückliches Eintreten für die unveräußerliche Forderung der Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, Einschränkung der absoluten Macht des Staates, Redefreiheit, freie Kultausübung, Achtung der Frau, der religiösen und ethnischen Toleranz und Achtung des Privateigentums1.“ Dieses Ziel steht auch im Zentrum des intensiven internationalen Engagements des Hl. Stuhls.
Der gemeinsame Wunsch nach Verteidigung der Menschenwürde gibt den Ausstoß für einen aktiven Dialog über die Menschenrechte. Im vergangenen Jahr versuchte Amerika, den Hl. Stuhl dazu zu bewegen, die Massenhinrichtungen und Verhaftungen in Kuba moralisch zu verurteilen. Und in der Tat erhob der Hl. Stuhl seine Stimme, mit uns und mit anderen Nationen, zur Unterstützung von Freiheit und Demokratie-Werten gegen die Willkürakte der kubanischen Regierung. In ähnlicher Weise hat der Hl. Stuhl auch uns seine Sorgen über die Bedrohung der Menschenrechte im Sudan, in Uganda, Simbabwe oder Saudiarabien mitgeteilt und die USA gebeten, sich mit diesen Problemen zu befassen.
Einer der schlimmsten Affronts gegen die Menschenwürde in der heutigen Welt ist das Verbrechen des Menschenhandels, und das ist ein weiterer Bereich, in dem die USA führend sind bei der Verteidigung der Menschenwürde. Präsident Bush überraschte viele, als er nahezu ein Drittel seiner Ansprache an die UN-Generalversammlung im vergangenen September dem widmete, was er „eine sich immer weiter ausbreitende, doch nicht sichtbare humanitäre Krise“ nannte; er sprach von fast einer Million gekaufter, verkaufter und verschleppter Menschen. Hunderttausende Frauen und junge Mädchen fallen dem Sexhandel zum Opfer. Um dieses Übel zu bekämpfen, hat meine Botschaft mit dem Hl. Stuhl daran gearbeitet, Vorbeugungsmaßnahmen und Rehabilitierungsstrategien für die Opfer des Menschenhandels zu entwickeln. Im Mai 2002 bemühten wir uns darum, das Bewußtsein für diese moderne Form von Sklaverei zu schärfen und stellten, gemeinsam mit dem Hl. Stuhl, eine internationale Konferenz mit 400 Teilnehmern aus 35 Ländern auf die Beine... Wir hatten das Vergnügen, Kardinal Tauran als Repräsentanten des Hl. Stuhls dabeizuhaben, der die Entschlossenheit des Papstes bekräftigte, dieses Übel zu bekämpfen.
MENSCHENHANDEL.
US-Außenminister Colin Powell bei der Vorstellung des Jahresberichts über den Menschenhandel, Washington, Juni 2003.

MENSCHENHANDEL. US-Außenminister Colin Powell bei der Vorstellung des Jahresberichts über den Menschenhandel, Washington, Juni 2003.

Als dem Problem dann eine immer größere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, sind wir dazu übergegangen, aktiv dagegen vorzugehen. In Zusammenarbeit mit der International Organization for Migration (IOM) haben wir vor kurzem ein Trainings-Programm gegründet und entwickelt, das Ordensleute mit gegen den Menschenhandel einzusetzenden Strategien vertraut macht. Dieser Kurs stärkt das Engagement und die Fähigkeit von Menschen, die den Willen und die Fähigkeit haben, diese verabscheuungswürdige Form der Sklaverei des 21. Jahrhunderts zu bekämpfen. Um diese Initiativen weiter auszubauen, habe ich die Ergebnisse unserer Konferenz und Trainingssitzung vatikanischen Nuntien in der ganzen Welt mitgeteilt und sie – mit gutem Erfolg – ermutigt, mit ihren eigenen Bischofkonferenzen und lokalen US-Botschaften eigene Initiativen zur Bekämpfung des Menschenhandels in die Wege zu leiten.
Alle sechs Sekunden verhungert ein Kind. Um Millionen von Menschen in Zukunft vor dem Hungertod zu bewahren, sind die USA entschlossen, betroffenen Nationen beim Kampf gegen den Hunger zu helfen, indem ihnen die fortschrittlichsten Methoden der Getreideproduktion zur Verfügung gestellt werden. Durch Fortschritte in der Biotechnologie gelingt es vielen Bauern in Industriestaaten, Getreide anzubauen, das beständig ist gegen Dürre, Schädlinge und Krankheiten, umweltfreundlich, und außerdem größere Erträge möglich macht. Auch darin arbeiten wir eng mit dem Hl. Stuhl zusammen, der den moralischen Imperativ der Ernährung der Hungernden auf der Welt anerkennt und aufgeschlossen ist für das Potential, das die Biotechnologie im Kampf gegen Hunger und Unterernährung darstellt. Ich glaube, daß das eine Frage ist, in der der Hl. Stuhl seine moralische Autorität noch nachdrücklicher einsetzen muß. Denn hier handelt es sich nicht nur um eine politische und wirtschaftliche, sondern eine überaus wichtige moralische Frage – eine Frage des Lebens – denn ein Kind, das verhungert, ist ebenso tot wie eines, das abgetrieben wird. Wir hoffen, daß uns der Vatikan zur Seite steht, wenn es darum geht, das Potential der Biotechnahrung mit den Hungernden zu teilen.
Jeden Tag sterben 8.000 Menschen an AIDS. Ein Affront gegen die Menschenwürde. Präsident Bush nannte es eine „Herausforderung an unser Gewissen“. AIDS tötet mehr als 3 Millionen Menschen pro Jahr. Wir müssen entschieden gegen diese humanitäre Krise angehen. Auch hierin sind die Vereinigten Staaten weltweit führend: der AIDS-Emergency-Plan des Präsidenten ist gerade am Anlaufen – ein Plan, der nicht nur massive Vorbeugungsmaßnahmen vorsieht, sondern auch die Behandlung von Millionen bereits erkrankter Menschen. Für diese Initiative haben die USA auf 5 Jahre mehr als 15 Milliarden Dollar zur weltweiten Bekämpfung von AIDS zur Verfügung gestellt. Unsere Botschaft leistet auch hier Schützenhilfe, indem sie Finanzhilfen aus dem Presidential Fund für das von der Sant’Egidio Gemeinschaft in Mosambik vorangetriebene erfolgreiche Anti-Retrovirus-Behandlungsprogramm ermöglicht. Durch Catholic-Relief-Agenturen helfen Amerikaner auch bei der Unterstützung der intensiven, weltweiten Bemühungen der katholischen Kirche in Sachen Assistenz für 25 Prozent der Opfer dieser gefürchteten Gesundheitskatastrophe.
Gerade angesichts der Fortschritte in dieser und anderen Fragen bin ich zuversichtlich, daß sich diese noch junge, aber reifende diplomatische Partnerschaft zwischen den USA und dem Hl. Stuhl – eine Beziehung, die im Primat der menschlichen Person und deren Freiheit wurzelt – als zunehmend zentral für unsere Fähigkeit erweisen wird, uns den vielen Herausforderungen unserer Zeit zu stellen.
Die heutigen Herausforderungen sind moralische Herausforderungen, und sie müssen mit moralischer Klarheit und der Fähigkeit angegangen werden, diese Klarheit in die Tat umzusetzen. Wenn die USA und der Hl. Stuhl zusammenarbeiten, können wir dabei helfen, eine Welt der Freiheit, der Hoffnung und des Friedens zu bauen. Wir haben schon viel dazu getan, die Befindlichkeit des Menschen zu verbessern, aber es gibt noch viel zu tun. Mit Glauben und Entschlossenheit werden wir weiter versuchen, die Sache der Menschenwürde voranzutreiben. Diese Fortsetzung von „Ein weiter Weg“ blickt nicht nur mit Freude auf das, was wir erreicht haben, sondern auf die noch glänzendere Zukunft, die wir noch vor uns haben. Ich danke Senator Andreotti und 30Tage noch einmal für ihr Interesse, ihre Initiative und Unterstützung dabei, es möglich gemacht zu machen, diese Geschichte unserer wichtigen Partnerschaft für die Menschenwürde miteinander zu teilen.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Anmerkung
1 Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten, September 2002.


Jean-Louis Tauran

Jean-Louis Tauran

JEAN-LOUIS TAURAN:
Sie sehen es mir sicher nach, wenn ich gleich zu Beginn den amerikanischen Außenminister Henry Kissinger zitiere. In den letzten beiden Sätzen seines Buches Diplomacy schreibt er: „The Wilsonian goals of America’s past – peace, stability, progress and freedom for mankind – will have to be sought in a journey that has no end. Traveller, says a Spanish proverb, there are no roads. Roads are made by walking“ („Die Wilsonschen Ziele des Amerika der Vergangenheit – Frieden, Stabilität, Fortschritt und Freiheit für die Menschheit – müssen auf einer Reise gesucht werden, die kein Ende hat. Oh Reisender, sagt ein spanisches Sprichwort, es gibt keine Wege. Wege werden durchs Gehen gemacht“).
Und genau das zeigt, auf sehr eloquente Weise, das Buch, das wir hier in Händen halten: USA und Hl. Stuhl. Der weite Weg. In der ersten Ausgabe seines Werkes läßt uns Botschafter Jim Nicholson entdecken – und ich sage „entdecken“, weil die dargelegten Fakten bis dahin nur Spezialisten bekannt waren –, daß die historischen Entwicklungen und epochalen Initiativen nicht nur historischen Umständen zu verdanken sind, sondern auch herausragenden Persönlichkeiten, die mit ihren Intuitionen, ihrem Pflichtbewußtsein, der Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu erfassen, neue Wege eröffnen und es den Menschen möglich machen, nach und nach die Wege der Geschichte zu bauen.
Ich möchte mir noch den persönlichen Hinweis auf eine Situation erlauben, die nicht erwähnt wurde und die im Zentrum häufiger Unterredungen zwischen Washington und Vatikanstadt war: ich meine das Heilige Land. [...] Der Hl. Stuhl ist in der Tat davon überzeugt, daß die ungelöste Palästina-Israel-Krise die „Mutter“ aller Krisen in Nahost ist.
Von Giovanni Sartori, 1797 erster amerikanischer Konsul im Kirchenstaat, bis zum heutigen Botschafter Jim Nicholson, gab es eine Reihe von beim Hl. Stuhl akkreditierten Repräsentanten Amerikas, die es verstanden haben – und das oft unter wahrlich nicht einfachen Bedingungen –, eine aus Loyalität und Respekt gemachte Beziehung aufrecht zu erhalten und zu fördern. Sie alle – mit ihrer persönlichen, menschlichen und politischen Geschichte – haben es ermöglicht, daß 1984 diplomatische Beziehungen angeknüpft werden konnten, und gerade im Monat April können wir den 20. Jahrestag der Überreichung des Beglaubigungsschreibens an Papst Johannes Paul II. durch Botschafter William Wilson begehen.
Wenn man diese Geschichte liest, versteht man, was hinter der Kunst der Diplomatie steckt: Öffnung für die Probleme anderer; Inbetrachtziehen dessen, was den Unterschied und die Besonderheit des anderen ausmacht; Akzeptieren des Umstandes, daß ein jeder ein verantwortlicher Partner ist; Verfolgung allein friedlicher Mittel zur Lösung von Schwierigkeiten; Suche nach dem, was beiden Seiten gemeinsam ist.
All das im Zeichen von Höflichkeit, Diskretion und Ehrlichkeit.
Im Fall der Vereinigten Staaten wurde das, wie der Verfasser klar herausstellt, erleichtert, denn „wenn die Vereinigten Staaten und der Hl. Stuhl sich auch manchmal über die Mittel uneins sein können, sind sie sich doch vollkommen eins über die Ziele: Freiheit, Frieden und Schaffung von Gelegenheiten.“
Zu recht stellt Jim Nicholson den wertvollen Beitrag der katholischen Kirche in den USA dabei heraus, ein Klima zu schaffen, das es erlaubte, den Horizont des Jahres 1984 zu erreichen. Die amerikanischen Katholiken haben es verstanden zu zeigen, daß ihre Treue zum Papst ihrer Verbundenheit mit der Heimat keinen Abbruch tat. Auch der Beitrag von Kardinal Francis Spellman, Erzbischof von New York, war ein entscheidender.
In der Fortsetzung des Buches informiert uns Botschafter Jim Nicholson darüber, wie er die amerikanischen Behörden über die Reaktionen des Hl. Stuhls auf den schrecklichen Terroranschlag vom 11. September 2001 und die Militäroperation im Irak 2002 unterrichtete.
In angemessener Weise bekräftigt er, daß, wenn die Positionen nicht immer dieselben waren, das „mehr auf Uneinigkeit über die Mittel als über die Wege“ zurückzuführen war, dank der von beiden geteilten Werte: dem Schutz der Menschenwürde, die ein unveräußerlicher Wert ist; der Verteidigung des Rechtes, das der absoluten Macht des Staates Grenzen setzt; dem Vorantreiben der grundlegenden Freiheiten; dem Wunsch nach Gerechtigkeit und Frieden.
In Sachen Biotech-Nahrung weist er auf einen Bereich bilateraler Zusammenarbeit hin, in dem das Leben armer Menschen und auch deren Würde gerettet werden kann.
Ich möchte mir noch den persönlichen Hinweis auf eine Situation erlauben, die nicht erwähnt wurde und die im Zentrum häufiger Unterredungen zwischen Washington und Vatikanstadt war: ich meine das Heilige Land. Ich kann bezeugen, daß das Thema im Mittelpunkt aller Gespräche stand, die Papst Johannes Paul II., seine Staatssekretäre und seine Mitarbeiter in den letzten Jahren mit den amerikanischen Behördenvertretern geführt haben. Besonders eingegangen wurde dabei auf die bekannte Frage der heiligen Stätten der drei Religionen. Der Hl. Stuhl ist in der Tat davon überzeugt, daß die ungelöste Palästina-Israel-Krise die „Mutter“ aller Krisen in Nahost ist, und daß es angebracht ist, daß die beiden Parteien unverzüglich mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft Dialog und Verhandlungen wieder aufnehmen.
Erlauben Sie mir noch einen anderen persönlichen Hinweis: wie sehr könnte der Frieden in Nahost die gesamte Region verwandeln: er würde Energien und Ressourcen für die wirtschaftliche Entwicklung freisetzen; die bürgerliche Gesellschaft und die Demokratisierung dieser Gesellschaften stärken; jegliches Motiv für Gewaltanwendung seitens der Extremisten ausschalten, die von der Verzweiflung der Enterbten leben; einen friedlichen Dialog zwischen den Religionen fördern und so die Emigration der Christen vermeiden.
Ich kann Botschafter Nicholson nur danken, der uns auf diesen Seiten durch das Leben eines Diplomaten und das Wirken einer Regierung erkennen läßt, welche Art Beitrag der Hl. Stuhl, unbewaffnete moralische Macht, in der Staatengemeinschaft spielen kann: das Vertrauen fördern; an die dringliche Notwendigkeit des Dialogs erinnern; das Recht respektieren; gerechte Lösungen aushandeln; Leidenschaften und Vorurteile überwinden; das Ergreifen von zuverlässigen Maßnahmen fördern, die den Weg zur Lösung der schwierigsten Probleme ebnen; sich das Friedenspotential der Religionen zunutze machen.
Das sind einige der Prioritäten, die zu fördern der Hl. Stuhl für seine Pflicht hält. Das Buch, das wir heute abend vorstellen, scheint mir das Ergebnis dieser von mir eben dargelegten Strategie zu sein.
In einer derart prekären Welt wie der heutigen, ist es mehr denn je notwendig, mit vereinten Kräften nach den Bedingungen für eine menschlichere Welt zu suchen, und es besteht kein Zweifel daran, daß der Glaube eine neue Sicht des Menschen und der Gesellschaft gibt, mit seinen besonderen Motivationen, die das Zusammenleben der Völker stärken können.
Wie sollte ich umhin kommen, als Abschluß die Worte wieder erschallen zu lassen, die Papst Johannes Paul II. im Januar 2002 in Assisi ausgesprochen hat: „Nie wieder Gewalt! Nie wieder Krieg! Nie wieder Terrorismus! Möge eine jede Religion im Namen Gottes Gerechtigkeit und Frieden, Vergebung und Leben, Liebe auf die Welt bringen!“.



Wir leiden, wie in der aktuellen Situation, weil wir voller Besorgnis miterleben, wie Menschen ständig ihr Leben lassen müssen, fast schon in einer Art Fatalität, Routine. Und wir spüren, daß da die Möglichkeit eines anderen Aufbaus menschlicher Beziehungen sein muß. Und die ist das, was sich – da der Botschafter Augustinus zitierte, möchte auch ich mit Augustinus schließen – eine Konzeption naturaliter christiana nennen kann.
GIULIO ANDREOTTI:
Ich möchte zunächst einmal sagen, daß ich es lobenswert finde, daß wir in einer so turbulenten Phase unserer Welt, so voller Probleme, anderthalb Stunden Zeit gefunden haben, um an einen positiven Umstand zu erinnern, den der vollen diplomatischen Beziehungen zwischen USA und Hl. Stuhl. Etwas, das erst, nachdem viel Zeit verstrichen war, viel geschehen mußte, umgesetzt werden konnte. Ich muß keine Schlußfolgerungen ziehen. Ich halte es für wichtig, zwei Dinge herauszustellen, die sich aus dem von Botschafter Nicholson und Kardinal Tauran Gesagten ergeben.
Rom ist eine besonders privilegierte Stadt, weil sie über ein zwei-, ja, dreifaches Diplomatisches Korps verfügt. Es gibt nämlich nicht nur beim italienischen Staat und beim Hl. Stuhl eine Vertretung der Staaten, sondern auch bei der FAO. Die Präsenz dieser verschiedenen Nationalitäten ermöglicht es uns, die Probleme besser zu kennen. Und erlaubt es auf der anderen Seite den ausländischen diplomatischen Repräsentanten, auch denen, die keine häufigen Kontakte zu den Machtspitzen haben, zu verstehen, was in unserer Nation vor sich geht – und das ist nicht immer einfach.
Ich möchte den letzten Punkt wiederaufgreifen, den Kardinal Tauran erwähnt hat, nämlich die Frage des Heiligen Landes: sie ist heute der delikateste Punkt der internationalen Situation. Ein Punkt voller Schwierigkeiten. Die Heilige Schrift sagt uns, daß Jesus über seine Stadt weinte. Und er weint weiter.
Bemühung politischer Natur, sowohl kollektiv als auch bilateral oder multilateral, muß es sein, nach den Bedingungen zu suchen, um von der Koexistenz zum Zusammenleben der zwei Bevölkerungen übergehen zu können. Wahrscheinlich können Historiker der internationalen Sphäre heute Kritik an den Beschlüssen von 1948 erheben. Insofern als wahrscheinlich unter dem Druck, England von seiner Präsenz dort unten zu befreien, der Staat Israel und der arabische Staat geschaffen wurden. Wenn man sich die Vorbereitungsarbeiten ansieht, kann man eine gewisse Oberflächlichkeit erkennen. Wenn da eine größere Reflexion gewesen wäre, man sich mehr darum bemüht hätte zu verstehen, was der arabische Staat sei und darum, die Gleichzeitigkeit der beiden Völkerrechtssubjekte zu bewahren, hätten wohl viele der nachfolgenden Komplikationen vermieden werden können. Aber das heute zu sagen, nützt wenig.
Es scheint mir wichtig, auf das so eloquente Faktum der Zahl der Repräsentanten des Papstes auf der Welt hinzuweisen, also auf die Repräsentanten der Welt, die hier sind, beim Hl. Stuhl. In den diplomatischen Beziehungen hat es eine starke Entwicklung gegeben, mit einigen bedeutungsvollen Momenten. Wichtige Momente, die nicht immer von allen geteilt wurden, weil sich in den menschlichen Dingen eben oft die Geister scheiden. Und ohne hier irgendjemandes Verdienst schmälern zu wollen, muß man anerkennen, welch große Aufmerksamkeit Kardinal Tauran einigen delikaten Punkten der internationalen Situation gewidmet hat.
Betrachten wir beispielsweise zwei Momente: der erste, der die ein oder andere Kritik ausgelöst hat, war der, als diplomatische Beziehungen zu der Palästinensischen Autonomiebehörde angeknüpft wurden, in Erwartung eines Palästinenserstaates. Das geschah freilich nicht in einer Antithese-Haltung, sondern mit dem Zweck, das zu erleichtern, was unweigerlich kommen mußte. Aber nicht alle haben das verstanden. Zweitens: als der Hl. Stuhl die diplomatischen Beziehungen zu Libyen anknüpfte. Von Libyen zu sprechen, war lange Zeit etwas nicht nur Polemisches, sondern sogar Unmögliches. Nun gut, heute sehen wir, daß sich die Situation verändert, und wir befinden uns am Vorabend, und das ist kein Staatsgeheimnis, der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Vereinigten Staaten und Tripolis.
Was ist also die Schlußfolgerung? Mir scheint folgendes: wenn wir die Entwicklung der päpstlichen Diplomatie verfolgen, können wir feststellen, daß sie stets im Dienst der Suche nach positiven Lösungen steht, die über den besonderen historischen und politischen Moment, den wir leben, hinausblicken. Die politischen Momente in den einzelnen Ländern können sich ändern. Das Leben der Kirche hat vielleicht den Vorteil, nicht an Wahlen gebunden zu sein, keine sich ändernden Legislaturperioden zu haben, nicht diese Sorgen zu haben, die die bürgerliche Welt hat und die von Zeit zu Zeit manche Entscheidung beeinflussen.
Aber das wichtige, das sowohl aus dem hervorgeht, was Botschafter Nicholson gesagt hat als auch Kardinal Tauran ist, daß wir im Dienst des Menschen stehen müssen, des kranken Menschen, des Menschen, der Hunger hat, des Menschen, der über kein ausreichendes Territorium verfügt, des Menschen, der sich vom Fehlen eines Konzepts der Freiheit niedergedrückt fühlt, vielleicht nur eines winzig kleinen, vielleicht eines, das an die verschiedenen Teile der Welt angepaßt ist. Ich glaube, daß gerade in dieser Richtung eine gemeinsame Arbeit vor uns liegt. Und dahingehend gibt es keine Rollenunterschiede zwischen den verschiedenen Botschaften in Rom. Wir stehen, glaube ich, alle im Dienst der Menschheit und im Falle einer Krise sind wir unterschiedslos betroffen über den Tod eines Menschen oder seines Gegners. Wir leiden, wie in der aktuellen Situation, weil wir voller Besorgnis miterleben, wie Menschen ständig ihr Leben lassen müssen, fast schon in einer Art Fatalität, Routine. Und wir spüren, daß da die Möglichkeit eines anderen Aufbaus menschlicher Beziehung sein muß. Und die ist das, was sich – da der Botschafter Augustinus zitierte, möchte auch ich mit Augustinus schließen – eine Konzeption naturaliter christiana nennen kann.


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