Sri Lanka zwischen ethnischen Spannungen und Friedensprozess
von Paolo Mattei
In der ehemaligen britischen Kolonie Sri Lanka, jener
großen Insel im Süden der indischen Küste, die 1972 zur Republik wurde, leben
ca. 20 Millionen Menschen. Die zahlenreichste Ethnie sind die Singhalesen (ca.
74%, die überwältigende Mehrheit davon Buddhisten), gefolgt von den Tamilen
(ca. 13%, fast alle Hindus) und den Moors (7%, Muslime). Die Katholiken machen
7% der Bevölkerung aus. Anfang der Achtzigerjahre führten die starken
ethnischen Spannungen zwischen Singhalesen und separatistischen Tamilen, letztere
unter der Schirmherrschaft der „Ltte“ vereint („Liberation Tigers of Tamil
Eleam“, Tiger für die Befreiung der Heimat der Tamilen) und in den nördlichen
Provinzen des Landes angesiedelt, zu einem blutigen Bürgerkrieg, der 64.000
Menschen das Leben kostete. Ende 2001 wurden Verhandlungen eingeleitet, die
schließlich, am 22. Februar 2002, zur Unterzeichnung einer Waffenruhe auf
unbestimmte Zeit führten. Der Friedensprozess geriet zwar im April 2003 eine
Zeitlang ins Stocken, ist aber immer noch im Gange. Die Tsunami-Katastrophe in
Südostasien am 26. Dezember forderte in Sri Lanka mindestens 31.000
Menschenleben.