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JESUS UND DIE KINDER
Aus Nr. 06 - 2005

„Die Sakramente, so einfache und nützliche Werkzeuge“


Passagen aus dem Präventivsystem in der Erziehung der Jugend von Johannes Bosco.


Passagen aus dem Präventivsystem in der Erziehung der Jugend des Johannes Bosco




Die Schönheit
der katholischen Religion
„Die häufige Beichte, die häufige Kommunion und die tägliche Messe sind die tragenden Pfeiler einer Erziehung, die auf Drohungen und Stock verzichten will. Die Jungen sollen nie zum Empfang der Sakramente verpflichtet werden, aber man soll ihnen dazu Mut machen und ihnen auch gute Gelegenheiten dazu bieten. Bei den Exerzitien, Novenen, Predigten und im Religionsunterricht soll die Schönheit und Heiligkeit unseres Glaubens deutlich gemacht werden, der für die menschliche Gesellschaft und für den Herzensfrieden und das Seelenheil des einzelnen Menschen so einfache Mittel wie die Sakramente anbietet. Auf diese Weise bekommen die Jugendlichen Freude an diesen religiösen Übungen und beteiligen sich daran gern und mit Nutzen.“
In einer Anmerkung berichtet Don Bosco folgende Episode.„Vor noch nicht allzu langer Zeit besuchte ein Minister der Königin von England ein Institut in Turin und wurde in einen großen Saal geführt, wo ca. 500 Jungen über ihren Büchern saßen. Er wunderte sich sehr darüber, wie soviele Jungen ohne jede Aufsicht derart diszipliniert und ruhig sein konnten. Sein Erstaunen war noch größer, als er hörte, daß es wohl im ganzen Schuljahr keinen Grund zur Klage gegeben hätte und keine Bestrafungen erforderlich gewesen wären. „Wie ist eine derartige Diszipliniertheit und Ruhe nur möglich?“, wollte er wissen. „Verrraten Sie es mir! Und Sie“, fügte er an seinen Sekretär gewandt an, „schreiben bitte alles auf, was er sagt.“„Mein Herr“, antwortete der Institutsleiter, „die Mittel, die wir hier anwenden, kann man bei Ihnen nicht anwenden.“„Warum?“.„Weil es sich um Geheimnisse handelt, die nur den Katholiken bekannt sind“.„Welche?“.„Die häufige Beichte und Kommunion und die aufmerksam verfolgte tägliche Messe.“„Da haben Sie recht, diese effizienten Erziehungswerkzeuge fehlen uns. Kann man sie nicht mit anderen ersetzen?“.„Wenn man nicht auf diese Religionselemente zurückgreift, bleibt nur die Drohung mit dem Stock “. „Wie recht Sie haben! Oh Religion, oh Stock, das werde ich alles in London erzählen!“. Einige herzliche Worte

„Der Direktor – oder jemand an seiner Stelle – soll jeden Abend nach dem Gebet und bevor die Jungen sich zur Ruhe begeben, einige herzliche Worte an alle richten und dabei Hinweise oder Ratschläge für ihr Verhalten geben. Diese Hinweise sollen sich möglichst auf das Tagesgeschehen innerhalb oder außerhalb des Hauses beziehen, seine Ansprache aber nie länger als zwei oder drei Muten dauern. Das ist der Schlüssel zum sittlichen Verhalten, zum guten Gang, und zum Erfolg in der Erziehung.“



Abolut zurückzuweisen ist…

„Die Einstellung einiger, wonach die Erstkommunion auf ein fortgeschritteneres Alter zu verschieben sei, ist absolut zurückzuweisen, denn da hat der Teufel meist schon das jugendliche Herz in Besitz genommen zum unabsehbaren Schaden der Unschuld. In der Urkirche gab man die konsekrierten Hostien, die bei der Osterkommunion übrigblieben waren, den kleinen Kindern. Wir können daraus erkennen, dass die Kirche sehr wünscht, dass die Kinder beizeiten zur heiligen Kommunion zugelassen werden. Sobald ein Kind zwischen dem täglichen und dem eucharistischen Brot unterscheiden kann und zeigt, dass es genügend unterrichtet ist, soll man nicht auf das Alter schauen und den himmlischen König in diesem gesegneten Herzen herrschen lassen.“



(Aus Johannes Bosco,
Das Präventivsystem in der
Erziehung der Jugend, Turin 1877)


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