Rubriken
Aus Nr.12 - 2004


MONTINI

Eucharistie: Jesus, Du machst dich zu einem von uns


Montini bei der Fronleichnamsprozession 
in Mailand.

Montini bei der Fronleichnamsprozession in Mailand.

Pater Lorenzo Sapienza hat ein interessantes Büchlein veröffentlicht, das einige Gedanken von Giovanni Battista Montini zur Eucharistie enthält (Leonardo Sapienza, Paolo VI e l’eucharistia, vatikanische Verlagsbuchhandlung, Vatikanstadt 2004, Euro 3,00). Lesen Sie hier, was Montini, damals Erzbischof von Mailand, beim Fronleichnamsfest von 1961 gesagt hat: „Jesus, du machst dich zu einem von uns. Du ziehst uns an dich, der du präsent bist, präsent in einer geheimnisvollen Form. Du bist präsent, wie der einzigartige Pilger von Emmaus, der die verzagten Wanderer am Abend der verlorenen Hoffnung erreicht, annähert, begleitet, belehrt und ihnen Trost spendet. Du bist präsent in der Stille und der Passivität der sakramentalen Zeichen, fast so, als wolltest du alles von dir zugleich verhüllen und enthüllen, so dass nur der, der glaubt, versteht, und nur der, der liebt, wirklich empfangen kann. Du ziehst uns an dich, oh Geduldiger; geduldig in deiner Selbstvergessenheit für das Heil anderer; geduldig bis an die äußerste Grenze des Schmerzes, der Schmach, des Verlassenseins, der Angst und auch des Todes. So wird im Maß der Pein das Maß der Schuld und der Liebe ersichtlich, der menschlichen Schuld und deiner Liebe.“




GIUSSANI

Weihnachten: Ein neues Sein ist an jenem Ort aufgeblüht


Muttergottes mit Kind, 
Aula Giulio Cesare, Kapitol, Rom.

Muttergottes mit Kind, Aula Giulio Cesare, Kapitol, Rom.

Pünktlich zum Weihnachtsfest, am 24. Dezember, brachte das italienische Fernsehen in den Nachrichten einen Beitrag von Don Luigi Giussani. „Ein neues Sein tritt in die Welt ein, nämlich die Welt des wahren Gottes,“ meint der ambrosianische Priester dort. „Ein neues Sein, das im ganzen weltlichen Horizont nicht seinesgleichen hatte, ist an jenem Ort aufgeblüht. Natürlich geht letztlich alles aus Gott hervor, doch hier dominiert die Neuheit eines Lebens [...]. Man hat die Vorahnung einer Neuheit, die einen mit Leidenschaft erfüllt, und die danach strebt, alles konkret werden zu lassen. Und gerade deshalb ruft sie eine große Ehrfurcht hervor. Aus göttlicher Gnade ist der Sohn Gottes zu einer vorbestimmten Zeit als ein Kind in die Menschheitsgeschichte eingetreten und hat sich der Form und den Regeln einer menschlichen Existenz unterworfen. Durch das Gedächtnis an das Faktum Christi tritt das Zeugnis für den Sohn Gottes immer deutlicher hervor, das Böse wird ohnmächtig, und diese Tatsache prägt fortan die ganze Geschichte. Und das Volk Jahwes erhebt sich und durchdringt die Welt. So ist dem christlichen Volk, für jeden Tag seiner Existenz, zweierlei in die Hände gelegt: das Wagnis, auf das sich die Macht Gottes in der Geschichte eingelassen hat, und die Bitte an die Muttergottes, daß dieses Wagnis in jeglichem Umstand gut ausgehen möge.“




ORTHODOXE

Probleme zwischen türkischen Behördenvertretern und Patriarchat


Bartholomaios I

Bartholomaios I

„Wie alle wissen, wurde auch die Kirche Mariä Tempelgang Opfer des barbarischen Attentats auf das britische Konsulat in Istanbul vor einem Jahr, bei dem sie so stark beschädigt wurde, dass sie nicht mehr benützt werden kann. Doch heute sind wir nicht nur Opfer der Terroristen, sondern auch der Behördenvertreter dieses Landes geworden, die die notwendige Genehmigung für den Wiederaufbau der Kirche aus unerklärlichen Gründen ständig hinauszögern. Wir wollen weder eine Entschädigung noch eine Sonderbehandlung. Wir haben lediglich ein Land, das in die EU aufgenommen werden will, um etwas gebeten, das ein Recht eines jeden Bürgers ist – und wir fordern es in voller Legalität als friedliche Bürger dieses Landes.“ Das waren die Worte, die der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., am Fest Mariä Tempelgang an seine Gläubigen richtete. Zu lesen standen sie in der von Sandro Magister betreuten on-line-Rubrik des Espresso, wo auch von anderen „Zankäpfeln“ in der Beziehung zwischen orthodoxer Gemeinschaft und Regierung die Rede ist: „Anfang Dezember haben die türkischen Behördenvertreter, ohne plausible Erklärung, dem griechisch-orthodoxen Bischof von Miron verboten, wie jedes Jahr am 6. Dezember in der altehrwürdigen Kirche St. Nikolaus von Miron, in Kleinasien, die Messe zu feiern. Darüber hinaus hat der türkische Oberste Gerichtshof dem Patriarchat das Besitzrecht auf ein Waisenhaus verweigert, und das, wo man doch erst zwei Monate zuvor bereits gegen die Rückgabe des theologischen Seminars von Halki an das Patriarchat Veto eingelegt hatte. Das Seminar war vor mehr als dreißig Jahren beschlagnahmt und geschlossen worden: zu der noch im Frühjahr von Ministerpräsident Erdogan versprochenen Rückgabe war es nie gekommen.“




Unbefleckte Empfängnis

Maria von Nazareth läßt den Sohn Gottes in die Geschichte eintreten


Die Unbefleckte Empfängnis, französisches Heiligenbildchen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Unbefleckte Empfängnis, französisches Heiligenbildchen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

„Maria von Nazareth läßt den Sohn Gottes in die Geschichte eintreten“: so lautet der Titel des 21. internationalen mariologisch-marianischen Kongresses in Rom (4. bis 8. Dezember). Mit der Vorbereitung des Kongresses war die Päpstliche Internationale Marianische Akademie befasst (PAMI), die dieses im Jahr 1900 in Lyon ins Leben gerufene Ereignis seit 1950 organisiert. Dieses Jahr, zum 150. Jahrestag der Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis durch Pius IX. wollte die PAMI die Arbeiten an der Lateran-Universität abhalten. Der Vorsitz wurde Kardinal Paul Poupard übertragen. Den Auftakt zu der Studientagung bildete eine Messe unter Vorsitz von Bernard Francis Law in der Basilika Santa Maria Maggiore, deren Erzpriester der amerikanische Kardinal ist. Unter den zahlreich erschienenen Rednern befanden sich u.a. Msgr. Rino Fisichella, Rektor der Lateran-Universität, Pater Vincenzo Battaglia ofm, Vorsitzender der PAMI, Msgr. Giacinto Boulos Marcuzzo, Weihbischof von Jerusalem, und der berühmte französische Mariologe René Laurentin. In seinen Schlußworten lud Kardinal Poupard dazu ein, „das große Geheimnis der Liebe der Dreieinigkeit zu schauen, das sich uns im Antlitz Christi mitteilt, ein Antlitz, das wir in unserem Alltag lieben und annehmen sollen, auf daß es es mit dem Glanz seiner Schönheit erleuchte und errette.“ Und bei seinen Ausführungen zu Maria stellte er fest, wie sehr ihre Annahme der Frohbotschaft „eine vollkommene Annahme war, eine gehorsame und liebevolle, die vor allem Geschenk Gottes ist.“





Kardinäle/1 Kasper und der ungeteilte Glaube von Ost und West

Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, besuchte zum Patronatsfest des Apostels Andreas mit einer vatikanischen Delegation die Georgs-Kathedrale in Konstantinopel. Der Besuch erfolgte zwei Tage nach der Rückgabe der Reliquien der Heiligen Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos an den Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., durch Johannes Paul II. Kardinal Kasper bezeichnete die beiden heiligen Bischöfe von Konstantinopel, die im ersten Jahrtausend lebten, als Zeugen und Lehrmeister unseres gemeinsamen Glaubens; Zeugen eines Glaubens, dem Ost und West auch im zweiten Jahrtausend treu geblieben seien und den im dritten Jahrtausend zu bezeugen wir von unserem Herrn Jesus Christus gerufen seien. Die Stellungnahme von Kardinal Kasper stand am 1. Dezember in Avvenire zu lesen.

Kardinäle/2 Tettamanzi: Die ambrosianische Kirche und die Tradition

Die traditionelle Ansprache, die der Erzbischof von Mailand, Kardinal Dionigi Tettamanzi, am Vorabend des Hochfestes des hl. Ambrosius hielt, fand große Beachtung. Die Mailänder Zeitung La Padania brachte am 7. Dezember folgenden Auszug: „Was wir brauchen, ist eine Rückbesinnung auf eine Vergangenheit, die in einem Mailand wurzelt, das zwar zusehends in Vergessenheit gerät, aber dennoch – und das nicht zuletzt auch durch die ambrosianische Kirche – versuchen kann, seine traditionellen Werte wieder aufleben zu lassen.“

Kardinäle/3 Pompedda: Aber Europa ist doch nicht mehr christlich

„Die europäische Verfassung entspricht unter vielerlei Aspekten der christlichen Anschauung.“ So Kardinal Mario Francesco Pompedda, emeritierter Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur, in einem Interview vom 17. Dezember (Corriere della Sera). Dort heißt es: „Das Christentum muß wieder zur Botschaft werden, sich darüber im Klaren sein, dass es heute auf der internationalen Bühne nicht mehr verstanden wird; allerdings nicht, weil sich die anderen Komponenten dagegen verschworen hätten: die doppelte Gefahr eines einfachen Triumphalismus einerseits und einer Verzichtshaltung gegenüber einer für fatal siegreich gehaltenen Säkularisierung andererseits sollte meiner Meinung nach vermieden werden. Die Annahme, dass Europa noch immer grundlegend und überwiegend christlich sei, entspricht nicht den Tatsachen. Besonders deutlich ist das in Ländern wie Frankreich, einst Erstgeborene der Kirche, wo es heute sehr viele Nicht-Getaufte gibt. Aber auch in anderen Ländern müssen wir den Mut haben, den Tatsachen ins Auge zu schauen, über die Tauf-Statistiken hinaus.“

Heilige und Selige Dekrete über Wunder durch Fürsprache von Galens und De Foucaulds promulgiert

Am 20. Dezember wurden in Anwesenheit des Papstes einige Dekrete der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse promulgiert. Darunter auch die zu den Wundern, die der Fürsprache der verehrungswürdigen Diener des Herrn, Clemens August von Galen, des „Löwen von Münster“, und Charles de Foucauld zugeschrieben werden. Jenem 1916 ermordeten französischen Priester, der 15 Jahre lang in der algerischen Wüste gelebt hatte. Le Figaro verwies darauf, dass Charles de Foucauld zwar von Muslimen umgebracht wurde, die gegen die französische Präsenz in der Sahara gekämpft hatten, aber nicht als Märtyrer seliggesprochen werden würde.

Zapatero
„Besser Respekt als Toleranz“
In der Sonntagsbeilage der römischen Tageszeitung la Repubblica (La Domenica, 19. Dezember) stand ein langer Artikel über die Kontraste zu lesen, die sich in Spanien zwischen der katholischen Hierarchie und der neuen sozialistischen Regierung herauszukristallisieren beginnen. Die Journalistin Concita De Gregorio berichtet darin von einer Begegnung mit dem spanischen Ministerpräsidenten. „Zapatero nahm ein Buch von Fernando de los Rios aus seinem Bücherschrank, Vater des humanistischen Sozialismus und Gegner von Ortega y Gasset, im Exil lebender Regierungsminister, und las daraus vor: ‚Laie sein bedeutet nicht, tolerant zu sein, was Überlegenheit voraussetzt, sondern vielmehr, die Überzeugungen der anderen zu respektieren‘.“

Scharon „2005: Jahr der großen Möglichkeiten“

So der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon bei der akademischen Jahreskonferenz von Herzliya, bei der er auch von „einer historischen Wende in den Beziehungen zu den Palästinensern“ sprach, einer „Gelegenheit für den Frieden.“ Die Worte des israelischen Ministerpräsidenten standen am 17. Dezember in der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera zu lesen.

Kultur/1 Magris: Del Noce und die Monarchie Dantes

Auf der Titelseite des Corriere della Sera vom 13. Dezember stand ein Artikel aus der Feder von Claudio Magris zu lesen, den wir hier – auszugsweise – wie folgt veröffentlichen: „Augusto Del Noce – rigoros traditionalistischer katholischer Philosoph, Kritiker des Marxismus, erbittert und fasziniert zugleich, sowie genialer Interpret des Atheismus und der nihilistischen Moderne – sprach oft von dem Schweigen, das jahrhundertelang um die Monarchie von Dante herrschte, das Werk aus der politischen Debatte ausschloß, ja, fast schon in Vergessenheit geraten lassen wollte. Dieser nicht metaphorische Scheiterhaufen war durch den Wunsch der Kirche errichtet worden, die Dant’sche Theorie der beiden Sonnen abzuwürgen, bzw. der gleichberechtigten Würde der geistlichen und der politischen Macht, beide mit gleichermaßen legitimem jeweiligen Kompetenzbereich – eine für den katholischen Integralismus gefährliche Theorie also, die den Staat der Kirche unterordnen wollte [...]. In der mittelalterlichen Form und Weise seiner Epoche war dieser Text Dantes, den Del Noce fast als samizdat betrachtete, ein Manifest der Laizität.“

Kultur/2 Brague: Transzendenz kann man nicht schaffen

„Mit dem Denken, nach dem die Transzendenz, die wir brauchen, geschaffen werden kann, kann ich nichts anfangen. Laut Definition ist eine geschaffene Transzendenz, oder horizontale Transzendenz, nämlich gar keine Transzendenz.“ So der französische Philosoph Rémie Brague in einem kürzlich von ihm gewährten Interview (la Repubblica, 23. Dezember).

Kultur/3 Depardieu: Gott, Augustinus und die Psychiatrie

„Ich habe Gott entdeckt, seit ich in den Kirchen Frankreichs aus den Confessiones des Augustinus lese. Bald werde ich sie auch nach Europa bringen. Wenn man nicht gen Himmel blickt, ist der Mensch ein Nichts. Lassen Sie sich das sagen von einem, der 28 Jahre lang in psychiatrischer Behandlung war und zwei Psychiater überlebt hat. Wer ist schon Freud, verglichen mit Gott?“. So der französische Schauspieler Gérard Depardieu in einem Interview mit der italienischen Zeitung Il Giornale (19. Dezember).

Italien Ruini und die Bilanz der letzten 20 Jahre

In der von Sandro Magister betreuten online-Rubrik des Espresso sind zwei der wichtigsten Auszüge aus dem Artikel enthalten, den Kardinal Camillo Ruini für Vita e Pensiero (Zeitschrift der Katholischen Universität Mailand) geschrieben hat. Darin äußert sich der Purpurträger nicht nur zu altbekannten Themen wie der „neuen anthropologischen Frage“, sondern zieht auch Bilanz über die Beziehung der Katholiken zur Politik seit der Studientagung von Loreto des Jahres 1985. Eine 20-Jahres-Bilanz, die von dem in Loreto vorgeschlagenen „ehrgeizigen“ Ziel ausgeht, dem christlichen Glauben in Italien wieder eine „führende Rolle und Überzeugungskraft“ zu verleihen. Und ein Ziel, das nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 mit Nachdruck verfolgt worden war. Ein Projekt, das auch das Ende der politischen Einheit der Katholiken erlebt hat, die Ruini, wie Magister erklärt, „bis zum bitteren Ende verteidigt hat,“ obwohl er sie „seit 1994 für nicht länger vorschlagbar gehalten hat. In jenem Jahr hatte Ruini bei der Versammlung der italienischen Bischofskonferenz [CEI] in Montecassino das ‚im christlichen Sinn ausgerichtete Kulturprogramm‘ ins Leben gerufen.“ Vor diesem Hintergrund wurde 1995 die kirchliche Studientagung von Palermo abgehalten. Wo der Papst selbst – so Ruini – diktierte, wie sich die Katholiken in der Politik zu verhalten hätten. Und zwar mit einer Formel, auf die der Präsident der CEI oft und gerne zurückgreift: „Die Kirche darf und will in keine politische oder parteiliche Gruppierung verwickelt sein.“ Aus der von Magister gezogenen Bilanz geht auch hervor, wie sich Ruini mit dem Widerstand kirchlicher Kreise befasste, den Magister vor allem im „progressistischen Katholizismus“ ausmacht. Die Bilanz kann – so der Purpurträger – jedenfalls keineswegs nicht als positiv betrachtet werden, wenn man den den kirchlichen Einrichtungen gegenüber an den Tag gelegten Respekt bedenkt, der von dem „hohen Prozentsatz der Schüler bestätigt wird, die am katholischen Religionsunterricht teilnehmen und von den Steuerzahlern, die der Kirche den 8-Promille-Beitrag zuwenden. Magister schließt mit folgenden Worten: „Der Artikel ist wirklich lesenswert. Er liefert sowohl denen, die Kardinal Ruini schätzen, als auch den vielen, die gegen ihn sind oder ihn ignorieren, gute Argumente.“

Diplomatie/1 Neuer Nuntius in Großbritannien und Australien

Am 11. Dezember wurde der 67jährige spanische Erzbischof Faustino Sainz Munõz zum Nuntius in Großbritannien ernannt. Sainz Munõz empfing 1964 die Priesterweihe und trat 1970 in den diplomatischen Dienst des Vatikan. Stationen seiner Laufbahn waren: Senegal, die skandinavischen Länder und, seit 1973, das Staatssekretariat. 1988 wurde er zum Erzbischof und Pro-Nuntius in Kuba ernannt. 1992 erfolgte seine Ernennung zum Nuntius von Zaire, seit 1999 ist er Nuntius bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel.
Am 18. Dezember wurde Erzbischof Ambrose B. De Paoli zum Apostolischen Nuntius in Australien ernannt. Der 70jährige Amerikaner De Paoli, der 1960 die Priesterweihe empfangen hatte, war seit 1997 Nuntius in Japan, und zuvor in Sri Lanka und Südafrika.
Am 15. Dezember schließlich wurde Erzbischof Thomas E. Gullickson, seit 2. Oktober Nuntius in Trinidad und Tobago, sowie anderen Ländern der Antillen, auch zum Nuntius in Antigua und Barbuda, Barbados, Jamaika, Guyana und Suriname ernannt. Am 20. Dezember erfolgte Gullicksons Ernennung zum Nuntius von Grenada.


Diplomatie/2 Neue Botschafter Litauens, Perus und Kroatiens beim Hl. Stuhl

Am 6. Dezember überreichte der neue Botschafter Litauens beim Hl. Stuhl sein Beglaubigungsschreiben. Es handelt sich um den 56jährigen Algirdas Saudargas, ehemaliger Mathematikprofessor, Außenminister (1990-1992 und von 1996-2000), Vorsitzender der litauischen Christdemokraten (1995-1999) und Parlamentsabgeordneter (1992-2004). In seiner Begrüßungsrede an ihn meinte der Papst u.a.: „Ich weiß, dass in der in Ihrem Land derzeit vor sich gehenden kulturellen und sozialen Debatte die Notwendigkeit besteht, die christlichen Wurzeln zu betonen, aus denen das Volk über die Jahrhunderte hinweg Lebenskraft gezogen hat.“ Der Botschafter dagegen erinnerte daran, dass „der mutigste und effizienteste Widerstand gegen das totalitäre Regime der war, der sich um die Chronik der katholischen Kirche in Litauen gebildet hatte, die namhafteste Untergrund-Zeitschrift jener Zeit.“
Am 7. Dezember war der neue Repräsentant Perus an der Reihe. Der 72jährige Pablo Moral Van ist Karrierediplomat und war in der Vergangenheit bereits Botschafter in der Sowjetunion, in Ungarn, und unlängst auch in Italien. Zu ihm sagte der Papst u.a.: „Die grundlegenden Bedürfnisse der Enterbten und Ausgegrenzten zu befriedigen, muß Priorität haben, weil diese durch die rapide Entwicklung der internationalen Wirtschaft in eine geradezu verzweifelte Lage gebracht wurden.“ Der peruanische Diplomat erinnerte dagegen an die Rolle, die der Mönch Bartholomäus de Las Casas und Pater Francisco de Vitoria bei der Verteidigung der Rechte der Ureinwohner Amerikas gespielt haben.
Am 11. Dezember war der neue Botschafter Kroatiens an der Reihe. Der vor 53 Jahren in Spoleto geborene Emilio Marin ist nicht nur Professor für römische Archäologie an der Universität seiner Heimatstadt, sondern auch Dozent an der Universität Oxford und an der Sorbonne, und korrespondierendes Mitglied der Römischen Päpstlichen Akademie für Archäologie. In seiner Ansprache betonte der Papst, wie die Kroaten, „gestärkt durch ihre spirituelle Identität den europäischen Völkern ihre Erfahrung beisteuern“ könnten. Marin dagegen dankte dem Papst „für seinen persönlichen Einsatz sowie für die Unterstützung, die der Hl. Stuhl der Republik Kroatien auf ihrem Weg in die Unabhängigkeit, die Anerkennung, die Entwicklung und ihre volle Eingliederung in die Familie Europa zukommen lässt....“

Diplomatie/3 Neue nicht residierende Botschafter von Malawi, Thailand, Luxemburg, Kenia und Norwegen

Am 16. Dezember überreichten die Botschafter jener fünf Länder dem Papst ihr Beglaubigungsschreiben, die nicht in der Ewigen Stadt wohnhaft sind. Es handelt sich um die Vertreter Malawis (Gilton Bazilio Chiwaula, auch Botschafter in Berlin, wo er wohnt), Thailands (Pradap Pibulsonggram, Schweiz), Luxemburgs (Georges Santer, auch Generalsekretär des Außenministers), Kenias (Raychelle Awuor Omamo, Frankreich) und Norwegens (Lars Petter Forberg, Schweiz).

Bücher/1 De civitate Dei ins Koreanische übersetzt

Der koreanische Verlag Benedictine Press von Waugwan hat vor kurzem das De civitate Dei in die Landessprache übersetzt, mit gegenüberstehendem lateinischen Text. Damit liegt der Text des Bischofs von Hippo zum ersten Mal auf Koreanisch vor. Zu verdanken haben wir das Prof. Youm Bosco Seong, seit Juli 2003 Botschafter Seouls am Hl. Stuhl, der in der Vergangenheit bereits andere Werke des Kirchenlehrers übersetzt hat, wie De doctrina christiana (1988) und De libero arbitrio (1998). Die Übersetzung wurde am 15. Dezember im Osservatore Romano mit einer begeisterten Rezension bedacht. Geschrieben hat sie Msgr. Waldemar Turek, Beamter im Staatssekretariat und Mitglied des Direktivrates der Latinitas-Stiftung.


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