Kurznachrichten
30TAGE IN DER WELT
Kirche/1
Konferenz des italienischen Enzyklopädie-Instituts zur Gestalt Johannes Pauls II.
Am 21. April wurde im Igea-Saal des römischen Palazzo Mattei di Paganica die Treccani-Konferenz zum 1. Todestag von Johannes Paul II. abgehalten. Teilgenommen haben Kardinal Camillo Ruini, Generalvikar von Rom, und der Senator auf Lebenszeit Giulio Andreotti. Vortragende waren u.a. der Präsident des italienischen Enzyklopädie- Instituts, Francesco Paolo Casavola, sowie der Direktor des „Trecccani-Jahrbuchs 2005“, Adriano Alippi.
Ruini erinnerte an seine erste Begegnung mit Johannes Paul II. bei einem Essen, zu dem er 1984 eingeladen wurde, anlässlich der auf das Jahr darauf anberaumten kirchlichen Studientagung von Loreto: „Was sofort auffiel, war seine Entschlossenheit, den Dingen auf den Grund zu gehen.“ Nach einer Analyse des philosophischen und theologischen Denkens von Papst Woityla bekräftigte der Präsident der CEI, daß „es Grundprinzip von Wojtylas Denken war, daß Christus durch seine Fleischwerdung mit einem jeden Menschen eins geworden ist, und daß daher der Mensch selbst der grundlegende Weg der Kirche ist“. Er schloß seinen Vortrag mit den Worten: „Aus seinem gesamten Lehramt geht daher hervor, daß die Kirche eine anthropozentrische Sendung hat, also eine auf den Menschen konzentrierte, die theozentrisch umgesetzt werden muß, in einem ständigen Bezug auf Gott.“ Was diese wesentlichen Züge des vor einem Jahr verstorbenen Papstes angeht, stimmte Prof. Casavola mit Ruini überein. Senator Giulio Andreotti, Verfasser des Beitrags zum verstorbenen Papst im „Treccani-Jahrbuch 2005“ erinnerte daran, daß, Karol Wojtyla „aus einer verfolgten Kirche kam und selbst körperliche Arbeit verrichtet hat, Arbeiter war. Man wußte also, wie es zu seiner Berufung gekommen war: er war ein Mann voller großer Neuheiten“ (aus den Nachrichten Agi vom 21. April).
Kirche/2
Pannella, die Meditation und die Anthropologie der Macht
Am Rande des außerordentlichen Kongresses der Luca-Coscioni-Vereinigung hat Marco Pannella bekräftigt, wie wichtig in Sachen künstlicher Befruchtung und anderer ethischer Themen „Mittlung und Verhandeln“ sind, „was aber direkt mit dem Vatikan erfolgen muß.“ Eine interessante Öffnung, die jedoch wenig zu dem passt, was er danach gesagt hat: „Wir fühlen uns heute durch eine Anthropologie anathemisiert, die den Moment der Macht über andere sakralisiert;eine Gruppe von Gewalttätigen wie den fundamentalistischen Taliban.“ Der Beitrag des Abgeordneten der linksliberalen „Rosa nel pugno“ stand im Corriere della Sera vom 23. April zu lesen.
Kirche/3
Theologische Fakultät des Triveneto: Psychologie und Pastoral
Am 31. März hat der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, in Padua die neue Theologische Fakultät des Triveneto eingeweiht. Zur Seite standen ihm der Patriarch von Venedig, Angelo Scola, Großkanzler der Fakultät, und der Bischof von Padua und Vizekanzler, Antonio Mattiazzo. Die neue Realität ist im Vergleich zur Theologischen Fakultät Süditaliens autonom und bietet den vollständigen Studienzyklus an: Bakkalaureat, Lizentiat und Doktorat. Zentraler Sitz ist Padua, ein weiteres Netz von Zweigstellen befindet sich in den Diözesen des Nordostens. Im kommenden akademischen Jahr soll ein Forschungsprojekt zum Thema „Zwischen Psychologie und Pastoral: die Vorgangsweise der pädagogisch-therapeutischen Beratung (counseling)“ anlaufen. Das Projekt wird eine Praxis unter die Lupe nehmen, die im Bereich des privaten, öffentlichen, zivilen und kirchlichen Lebens immer mehr Fuß fassen kann: die psychologische Therapie.
Entchristlichung/1
Küng und das Verschwinden der Beichte
Am 13. April stand in La Stampa eine Reflexion von Hans Küng zum 1. Jahrestag der Wahl von Benedikt XVI. zu lesen. In dem Artikel spricht der Theologe davon, daß der derzeitige Papst die ein oder andere „Überraschung“ bereithalten könnte. Küng schreibt darin, daß die ozeanischen Messen des vorherigen Papstes, wie gut organisiert und medienwirksam sie auch gewesen sein mögen, nicht darüber hinwegtäuschen konnten, daß die Dinge für die Kirche nicht gut stünden. Es bestehe – so Küng – ein großer Unterschied zwischen dem, was die Hierarchie anordnet und dem, woran die Mitglieder der Kirche wirklich glauben, ein Unterschied, der sich in der Art und Weise zeigt, wie sie leben. Die Kirchen werden immer weniger besucht, es gebe immer weniger kirchliche Eheschließungen. Die Praxis der Beichte sei – wie Küng bemerkt – in den meisten westlichen Ländern verschwunden. Die Reihen der Priester lichteten sich und würden nicht mehr aufgefüllt.
Entchristlichung/2
Seit 1978 Rückgang von Gläubigen und Priestern
„Der Prozentsatz der Katholiken befindet sich weltweit in Stagnation, ja, läßt einen leichten Rückgang verzeichnen. Das ergibt sich aus dem neuen Statistischen Jahrbuch der katholischen Kirche. Hervor geht daraus auch das schwindelerregende Bevölkerungswachstum in den aufstrebenden Zonen unseres Planeten – Asien, Afrika, Lateinamerika – während der Alte Kontinent immer mehr stagniert. In einem Vierteljahrhundert (1978-2004, dem letzten Jahr, auf das sich die Zahlen des Jahrbuchs beziehen) ist die Zahl der europäischen Katholiken im Verhältnis zur Gesamtzahl der Gläubigen weltweit auf 25,4% gesunken. 1978 waren es noch 35% […].“ Die Zahl der Bischöfe hat sich um tausend erhöht; eine steigende Tendenz ist auch in ihrem Durchschnittsalter zu erkennen (nicht mehr 62, sondern 67 Jahre). Als „weltweit enttäuschend“ (so die Worte der Verfasser des Jahrbuchs) kann man jedoch die Priesterberufungen bezeichnen: die Gesamtzahl der Priester ist weiterhin im Sinken begriffen, beträgt statt 421.000 nur noch knappe 406.000“ (la Repubblica am 30. April).
Irak/1
Der schreckliche Al Zarkawi? Eine Erfindung der Amerikaner
Der schreckliche Al Zarkawi? Eine Erfindung der Amerikaner: So lautet der Titel eines Artikels im Corriere della Sera vom 11. April. Der mit folgenden Worten beginnt: Eine jede Epoche hat ihre schwarzen Schafe. Zuerst Carlos, der Schakal, dann der Palästinenser Abu Nidal, danach der Schiite Imad Mugnyeh, Meister im Entführen. Auch heute hat die Ikone des Bösen einen Namen: Abu Musab Al Zarkawi. Wenn die Situation im Irak kurz vor der Eskalation steht, dann sind er und seine Kamikaze dafür verantwortlich. Es ist aber auch wahr, daß ihm die Amerikaner geholfen haben, indem sie seinen Blutdurst ausnutzten. Ein internes Dokument – das gestern in der Washington Post zitiert wurde – zeigt, daß das Pentagon die Rolle Al Zarkawi im Irak bewußt hervorgehoben hat. Er war nicht nur praktisch dafür, die Guerilla als Produkt des Quaedismus darzustellen, sondern eignete sich auch perfekt für die Herbeiführung einer Spaltung zwischen den lokalen Rebellen und den ausländischen Jihadisten.“
Irak/2
Krieg und Satanismus
„Im Irak wollen die Schrecken einfach nicht abreißen. Die Opfer der Kriege finden auch im Tod keinen Frieden. Die Polizei konnte unlängst einen Handel mit Gehirnen ‚gerade erst Bestatteter‘ aufdecken. Für das grausige ‚Geschäft‘ zeichnen Grabräuber und Hexenmeister verantwortlich, die bereit sind, für ‚eine Handvoll frisches Gehirn‘ für ihre schwarzen Messen bis zu tausend US-Dollars zu zahlen“ (La Stampa am 30. April).
Kardinäle
Kardinal Primatesta verstorben
Am 1. Mai verstarb der 87jährige argentinische Kardinal Raúl Francisco Primatesta, Erzbischof von Cordoba von 1965 bis 1998, den noch Paul VI. zum Kardinal kreiert hat (1973). Das Kardinalskollegium zählt nun 192 Mitglieder, 120 jünger als 80 Jahre. Neun wurden von Paul VI. kreiert, einer davon, der Amerikaner William W. Baum, ist – zumindest bis zum 26. November – noch „Wähler“.
USA
Mons. Dewane Koadjutor in Venice
Am 25. April wurde Mons. Frank J. Dewane, seit 2002 Untersekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, zum Bischofskoadjutor von Venice/Florida ernannt. Der 56jährige Dewane aus Green Bay in Wisconsin empfing 1988 die Priesterweihe und war Mitarbeiter an der Ständigen Mission des Hl. Stuhls beim UNO-Sitz New York (1991-1995) undBeamter des Päpstlichen Rates „Cor Unum“ (1995-2001). Er spricht italienisch, französisch, spanisch und russisch.
Italien
Conti Erzbischof in Fermo, Sanna in Oristano; Sanguinetti Bischof in Tempio, De Luca in Termoli
Am 13. April wurde Luigi Conti zum Erzbischof von Fermo ernannt, der Diözese in den Marken mit den meisten Gläubigen. Der 65jährige Conti, aus der Provinz Pesaro, empfing 1965 die Priesterweihe und wurde 1996 zum Bischof von Macerata ernannt. Er ist auch Präsident der Bischofskonferenz der Marken.
Am 22. April wurde Ignazio Sanna, Pro-Rektor der Päpstlichen Lateran-Universität, zum Erzbischof von Oristano ernannt. Der 64jährige Sanna wurde 1967 zum Priester geweiht, gehört seit 1974 dem Säkularinstitut der Schönstatt Familie an. Er war kurze Zeit auch im diplomatischen Dienst des Vatikan tätig.
Am 22. April wurde der 61jährige Sebastiano Sanguinetti zum Bischof von Tempio-Ampurias ernannt; seit 1997 war er Bischof von Ozieri.
Ebenfalls am 22. April erfolgte schließlich die Ernennung des 57jährigen Mons. Gianfranco De Luca, aus der Provinz Teramo, zum Bischof von Termoli-Larino. De Luca, der 1974 die Priesterweihe empfing, war seit 1985 Pfarrer von San Nicolò a Tordino.
Diplomatie
Neue Nuntien in Indonesien, Jordanien und im Irak
Am 13. April wurde der 53jährige Leopoldo Girelli, aus der Provinz Bergamo, zum Erzbischof und apostolischen Nuntius in Indonesien ernannt. Girelli, der 1978 die Priesterweihe empfing, trat 1987 in den diplomatischen Dienst des Hl. Stuhls. Stationen seiner Laufbahn waren die Nuntiaturen in Kamerun, Neuseeland, die erste Sektion des Staatssekretariats, und – zuletzt – die Nuntiatur in den USA.
Am 29. April wurde der 53jährige Inder Francis Assisi Chullikatt zum Erzbischof und apostolischen Nuntius in Jordanien und im Irak ernannt. Chullikatt, der 1978 die Priesterweihe empfing, trat 1988 in den vatikanischen Dienst des Vatikan. Tätig war er in Honduras, in Südafrika, auf den Philippinen, am UNO-Sitz New York, und – zuletzt – in der 2. Sektion des Staatssekretariats.
Konferenz des italienischen Enzyklopädie-Instituts zur Gestalt Johannes Pauls II.
Am 21. April wurde im Igea-Saal des römischen Palazzo Mattei di Paganica die Treccani-Konferenz zum 1. Todestag von Johannes Paul II. abgehalten. Teilgenommen haben Kardinal Camillo Ruini, Generalvikar von Rom, und der Senator auf Lebenszeit Giulio Andreotti. Vortragende waren u.a. der Präsident des italienischen Enzyklopädie- Instituts, Francesco Paolo Casavola, sowie der Direktor des „Trecccani-Jahrbuchs 2005“, Adriano Alippi.
Ruini erinnerte an seine erste Begegnung mit Johannes Paul II. bei einem Essen, zu dem er 1984 eingeladen wurde, anlässlich der auf das Jahr darauf anberaumten kirchlichen Studientagung von Loreto: „Was sofort auffiel, war seine Entschlossenheit, den Dingen auf den Grund zu gehen.“ Nach einer Analyse des philosophischen und theologischen Denkens von Papst Woityla bekräftigte der Präsident der CEI, daß „es Grundprinzip von Wojtylas Denken war, daß Christus durch seine Fleischwerdung mit einem jeden Menschen eins geworden ist, und daß daher der Mensch selbst der grundlegende Weg der Kirche ist“. Er schloß seinen Vortrag mit den Worten: „Aus seinem gesamten Lehramt geht daher hervor, daß die Kirche eine anthropozentrische Sendung hat, also eine auf den Menschen konzentrierte, die theozentrisch umgesetzt werden muß, in einem ständigen Bezug auf Gott.“ Was diese wesentlichen Züge des vor einem Jahr verstorbenen Papstes angeht, stimmte Prof. Casavola mit Ruini überein. Senator Giulio Andreotti, Verfasser des Beitrags zum verstorbenen Papst im „Treccani-Jahrbuch 2005“ erinnerte daran, daß, Karol Wojtyla „aus einer verfolgten Kirche kam und selbst körperliche Arbeit verrichtet hat, Arbeiter war. Man wußte also, wie es zu seiner Berufung gekommen war: er war ein Mann voller großer Neuheiten“ (aus den Nachrichten Agi vom 21. April).
Kirche/2
Pannella, die Meditation und die Anthropologie der Macht
Am Rande des außerordentlichen Kongresses der Luca-Coscioni-Vereinigung hat Marco Pannella bekräftigt, wie wichtig in Sachen künstlicher Befruchtung und anderer ethischer Themen „Mittlung und Verhandeln“ sind, „was aber direkt mit dem Vatikan erfolgen muß.“ Eine interessante Öffnung, die jedoch wenig zu dem passt, was er danach gesagt hat: „Wir fühlen uns heute durch eine Anthropologie anathemisiert, die den Moment der Macht über andere sakralisiert;eine Gruppe von Gewalttätigen wie den fundamentalistischen Taliban.“ Der Beitrag des Abgeordneten der linksliberalen „Rosa nel pugno“ stand im Corriere della Sera vom 23. April zu lesen.
Kirche/3
Theologische Fakultät des Triveneto: Psychologie und Pastoral
Am 31. März hat der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, in Padua die neue Theologische Fakultät des Triveneto eingeweiht. Zur Seite standen ihm der Patriarch von Venedig, Angelo Scola, Großkanzler der Fakultät, und der Bischof von Padua und Vizekanzler, Antonio Mattiazzo. Die neue Realität ist im Vergleich zur Theologischen Fakultät Süditaliens autonom und bietet den vollständigen Studienzyklus an: Bakkalaureat, Lizentiat und Doktorat. Zentraler Sitz ist Padua, ein weiteres Netz von Zweigstellen befindet sich in den Diözesen des Nordostens. Im kommenden akademischen Jahr soll ein Forschungsprojekt zum Thema „Zwischen Psychologie und Pastoral: die Vorgangsweise der pädagogisch-therapeutischen Beratung (counseling)“ anlaufen. Das Projekt wird eine Praxis unter die Lupe nehmen, die im Bereich des privaten, öffentlichen, zivilen und kirchlichen Lebens immer mehr Fuß fassen kann: die psychologische Therapie.
Entchristlichung/1
Küng und das Verschwinden der Beichte
Am 13. April stand in La Stampa eine Reflexion von Hans Küng zum 1. Jahrestag der Wahl von Benedikt XVI. zu lesen. In dem Artikel spricht der Theologe davon, daß der derzeitige Papst die ein oder andere „Überraschung“ bereithalten könnte. Küng schreibt darin, daß die ozeanischen Messen des vorherigen Papstes, wie gut organisiert und medienwirksam sie auch gewesen sein mögen, nicht darüber hinwegtäuschen konnten, daß die Dinge für die Kirche nicht gut stünden. Es bestehe – so Küng – ein großer Unterschied zwischen dem, was die Hierarchie anordnet und dem, woran die Mitglieder der Kirche wirklich glauben, ein Unterschied, der sich in der Art und Weise zeigt, wie sie leben. Die Kirchen werden immer weniger besucht, es gebe immer weniger kirchliche Eheschließungen. Die Praxis der Beichte sei – wie Küng bemerkt – in den meisten westlichen Ländern verschwunden. Die Reihen der Priester lichteten sich und würden nicht mehr aufgefüllt.
Entchristlichung/2
Seit 1978 Rückgang von Gläubigen und Priestern
„Der Prozentsatz der Katholiken befindet sich weltweit in Stagnation, ja, läßt einen leichten Rückgang verzeichnen. Das ergibt sich aus dem neuen Statistischen Jahrbuch der katholischen Kirche. Hervor geht daraus auch das schwindelerregende Bevölkerungswachstum in den aufstrebenden Zonen unseres Planeten – Asien, Afrika, Lateinamerika – während der Alte Kontinent immer mehr stagniert. In einem Vierteljahrhundert (1978-2004, dem letzten Jahr, auf das sich die Zahlen des Jahrbuchs beziehen) ist die Zahl der europäischen Katholiken im Verhältnis zur Gesamtzahl der Gläubigen weltweit auf 25,4% gesunken. 1978 waren es noch 35% […].“ Die Zahl der Bischöfe hat sich um tausend erhöht; eine steigende Tendenz ist auch in ihrem Durchschnittsalter zu erkennen (nicht mehr 62, sondern 67 Jahre). Als „weltweit enttäuschend“ (so die Worte der Verfasser des Jahrbuchs) kann man jedoch die Priesterberufungen bezeichnen: die Gesamtzahl der Priester ist weiterhin im Sinken begriffen, beträgt statt 421.000 nur noch knappe 406.000“ (la Repubblica am 30. April).
Irak/1
Der schreckliche Al Zarkawi? Eine Erfindung der Amerikaner
Der schreckliche Al Zarkawi? Eine Erfindung der Amerikaner: So lautet der Titel eines Artikels im Corriere della Sera vom 11. April. Der mit folgenden Worten beginnt: Eine jede Epoche hat ihre schwarzen Schafe. Zuerst Carlos, der Schakal, dann der Palästinenser Abu Nidal, danach der Schiite Imad Mugnyeh, Meister im Entführen. Auch heute hat die Ikone des Bösen einen Namen: Abu Musab Al Zarkawi. Wenn die Situation im Irak kurz vor der Eskalation steht, dann sind er und seine Kamikaze dafür verantwortlich. Es ist aber auch wahr, daß ihm die Amerikaner geholfen haben, indem sie seinen Blutdurst ausnutzten. Ein internes Dokument – das gestern in der Washington Post zitiert wurde – zeigt, daß das Pentagon die Rolle Al Zarkawi im Irak bewußt hervorgehoben hat. Er war nicht nur praktisch dafür, die Guerilla als Produkt des Quaedismus darzustellen, sondern eignete sich auch perfekt für die Herbeiführung einer Spaltung zwischen den lokalen Rebellen und den ausländischen Jihadisten.“
Irak/2
Krieg und Satanismus
„Im Irak wollen die Schrecken einfach nicht abreißen. Die Opfer der Kriege finden auch im Tod keinen Frieden. Die Polizei konnte unlängst einen Handel mit Gehirnen ‚gerade erst Bestatteter‘ aufdecken. Für das grausige ‚Geschäft‘ zeichnen Grabräuber und Hexenmeister verantwortlich, die bereit sind, für ‚eine Handvoll frisches Gehirn‘ für ihre schwarzen Messen bis zu tausend US-Dollars zu zahlen“ (La Stampa am 30. April).
Kardinäle
Kardinal Primatesta verstorben
Am 1. Mai verstarb der 87jährige argentinische Kardinal Raúl Francisco Primatesta, Erzbischof von Cordoba von 1965 bis 1998, den noch Paul VI. zum Kardinal kreiert hat (1973). Das Kardinalskollegium zählt nun 192 Mitglieder, 120 jünger als 80 Jahre. Neun wurden von Paul VI. kreiert, einer davon, der Amerikaner William W. Baum, ist – zumindest bis zum 26. November – noch „Wähler“.
USA
Mons. Dewane Koadjutor in Venice
Am 25. April wurde Mons. Frank J. Dewane, seit 2002 Untersekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, zum Bischofskoadjutor von Venice/Florida ernannt. Der 56jährige Dewane aus Green Bay in Wisconsin empfing 1988 die Priesterweihe und war Mitarbeiter an der Ständigen Mission des Hl. Stuhls beim UNO-Sitz New York (1991-1995) undBeamter des Päpstlichen Rates „Cor Unum“ (1995-2001). Er spricht italienisch, französisch, spanisch und russisch.
Italien
Conti Erzbischof in Fermo, Sanna in Oristano; Sanguinetti Bischof in Tempio, De Luca in Termoli
Am 13. April wurde Luigi Conti zum Erzbischof von Fermo ernannt, der Diözese in den Marken mit den meisten Gläubigen. Der 65jährige Conti, aus der Provinz Pesaro, empfing 1965 die Priesterweihe und wurde 1996 zum Bischof von Macerata ernannt. Er ist auch Präsident der Bischofskonferenz der Marken.
Am 22. April wurde Ignazio Sanna, Pro-Rektor der Päpstlichen Lateran-Universität, zum Erzbischof von Oristano ernannt. Der 64jährige Sanna wurde 1967 zum Priester geweiht, gehört seit 1974 dem Säkularinstitut der Schönstatt Familie an. Er war kurze Zeit auch im diplomatischen Dienst des Vatikan tätig.
Am 22. April wurde der 61jährige Sebastiano Sanguinetti zum Bischof von Tempio-Ampurias ernannt; seit 1997 war er Bischof von Ozieri.
Ebenfalls am 22. April erfolgte schließlich die Ernennung des 57jährigen Mons. Gianfranco De Luca, aus der Provinz Teramo, zum Bischof von Termoli-Larino. De Luca, der 1974 die Priesterweihe empfing, war seit 1985 Pfarrer von San Nicolò a Tordino.
Diplomatie
Neue Nuntien in Indonesien, Jordanien und im Irak
Am 13. April wurde der 53jährige Leopoldo Girelli, aus der Provinz Bergamo, zum Erzbischof und apostolischen Nuntius in Indonesien ernannt. Girelli, der 1978 die Priesterweihe empfing, trat 1987 in den diplomatischen Dienst des Hl. Stuhls. Stationen seiner Laufbahn waren die Nuntiaturen in Kamerun, Neuseeland, die erste Sektion des Staatssekretariats, und – zuletzt – die Nuntiatur in den USA.
Am 29. April wurde der 53jährige Inder Francis Assisi Chullikatt zum Erzbischof und apostolischen Nuntius in Jordanien und im Irak ernannt. Chullikatt, der 1978 die Priesterweihe empfing, trat 1988 in den vatikanischen Dienst des Vatikan. Tätig war er in Honduras, in Südafrika, auf den Philippinen, am UNO-Sitz New York, und – zuletzt – in der 2. Sektion des Staatssekretariats.
CHINA
„Zerstörtes Vertrauen“

Chinesische Kinder im Dorf Niupidi.
CEI.
Betori als Generalsekretär bestätigt

Giuseppe Betori.