Curtas de 30Dias
KIRCHE.
Martini: „Ich liebe Latein, aber...“

Carlo Maria Martini.
WELTGESCHEHEN.
Brzezinski gegen amerikanische Raketenabwehrstützpunkte in Polen

Benedikt XVI. beim Angelusgebet vom Sonntag, 29. Juli 2007.

Papst Benedikt XVI. mit Kindern.
Die wunderbare Schöpfung und die Räume der Hölle
„Denn wenn die Menschen in Frieden mit Gott und untereinander leben, gleicht die Erde wirklich einem ‚Paradies‘. Die Sünde verdirbt leider immer von neuem diesen göttlichen Plan, indem sie Spaltungen hervorbringt und den Tod in die Welt eintreten lässt. So kommt es, dass die Menschen den Versuchungen des Bösen nachgeben und einander bekriegen. Die Folge ist, dass in diesem wunderbaren ‚Garten‘, der die Welt ist, sich auch Räume der ‚Hölle‘ öffnen.“ So der Papst beim Angelusgebet in Lorenzago di Cadore am 22. Juli, dem Tag, an dem sich der 90. Jahrestag des berühmten Apostolischen Schreibens Benedikts XV. an die Krieg führenden Parteien jährte. Benedikt XVI. erinnerte mit folgenden Worten an besagtes Dokument: „Während dieser schreckliche Konflikt wütete, hatte der Papst den Mut zu sagen, dass es sich um ein ‚unnötiges Blutbad‘ handelte. Dieses Wort hat sich in die Geschichte eingeprägt. Es zeigte sich als gerechtfertigt in der konkreten Situation jenes Sommers 1917, besonders an der Front Venetiens. Jene Worte, ‚unnötiges Blutbad‘, aber besitzen auch einen weiteren, prophetischen Wert, und sie können auf viele Konflikte angewandt werden“ (zitiert nach L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 30/31 2007, S. 1).
Kardinäle
Kardinal Keeler tritt zurück, O’Brien wird sein Nachfolger
Am 12. Juli wurde dem Rücktrittsgesuch von Kardinal William Henry Keeler statt gegeben, der im März 76 Jahre alt wurde. Die pastorale Leitung der Erzdiözese Baltimore (USA) übernimmt der 68-jährige Edwin Frederick O’Brien aus New York (Bronx), seit 1997 Militärbischof. Nach seiner Weihe zum Priester für die Erzdiözese New York durch Kardinal Francis Spellman (1965) promovierte er an der Päpstlichen Universität San Tommaso d’Aquino in Rom im Fach Moraltheologie. Von 1990 bis 1994 war er Rektor des Päpstlichen Nordamerika-Kollegs in Rom. 1996 wurde er zum Weihbischof von New York ernannt, im April 1997 zum Erzbischof-Koadjutor des Militärordinariats, dessen Ordinarius er noch im August desselben Jahres wurde. Von 2005 bis 2006 war er Koordinator der Apostolischen Visitation der Seminare und Ausbildungsstätten in den Vereinigten Staaten.
Nahost/1
Arrigo Levi: soll Israel doch mit jedem verhandeln, der das will!
Soll man nun mit der Hamas verhandeln oder nicht? Diese Frage beschäftigte Arrigo Levi im Editorial vom 20. Juli (la Stampa; Titel: Israel, Frieden schließt man mit den Feinden). Hier ein Auszug: „Die Geschichte lehrt jedoch – so scheint mir jedenfalls –, dass die Rettung Israels niemals durch die Militärkraft herbeigeführt werden wird, auch wenn die militärische Macht Israels eine der notwendigen Grundbedingungen für das Überleben des jüdischen Staates ist. Und sie lehrt auch, dass der Verhandlungsweg – mit jedem, der ihn akzeptiert, in welcher Weise und auf welchem Wege auch immer, öffentlich oder reserviert – nach wie vor der richtige Weg ist. Auch dann, wenn man die öffentliche und letztendliche Anerkennung Israels dem hypothetischen Erfolg der Verhandlung überlässt – einem Erfolg, der keineswegs garantiert ist. Diesen Weg einschlagen zu wollen erscheint mir heute ebenso richtig wie vor 10, 20 oder 30 Jahren: alle israelischen Regierungen der Vergangenheit haben den Verhandlungsweg offen oder doch zumindest halb offen gelassen, und zwar einem jeden gegenüber, der die Bereitschaft dazu zeigte – ob er Israel nun anerkannte oder nicht.“
Nahost/2
Powell: Hamas gewann Wahlen, die der Westen wollte
„Ich glaube nicht, dass man bei der Suche nach einer Lösung der Probleme dieser Region die Rolle außer Acht lassen kann, die die Hamas in der palästinensischen Gesellschaft spielt.“ So Colin Powell, für den die von der Hamas „gewonnenen Wahlen auf unser eigenes Drängen hin abgehalten wurden.“ Die Worte des ehemaligen US-Außenministers wurden am 20. Juli von der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera zitiert.
Nahost/3
UNICEF: Irakische Kinder bei Saddam besser dran
„‚Unter der Diktatur Saddam Husseins ging es den Menschen im Irak besser. ‘ Das behaupteten schon vor zwei Jahren der ehemalige irakische Ministerpräsident Ayad Allawi und UNO-Menschenrechtsexperte Jean Ziegler. Und dass es auch die Meinung der meisten Iraker ist, ging jüngst aus Umfragen hervor. Bestätigt wird das nun auch vom UNO-Kinderhilfswerk: ‚Den Kindern im Irak geht es sehr viel schlechter als noch vor einem Jahr – ganz bestimmt aber entschieden schlechter als vor drei Jahren,‘ meinte Daniel Toole, Leiter der UNICEF-Hilfsprogramme bei einer Pressekonferenz in Genf“ (la Repubblica am 17. Juli).
Kurie/1
Félix del Blanco Prieto neuer Päpstlicher Almosenier
Am 28. Juli wurde dem Rücktrittsgesuch des 78-jährigen Erzbischofs Oscar Rizzato stattgegeben. Neuer Almosenier des Heiligen Vaters wurde der spanische Erzbischof Félix del Blanco Prieto. Der 70-Jährige war seit 2003 Apostolischer Nuntius in Malta und Libyen. Del Blanco Prieto, der 1961 die Priesterweihe empfing, trat 1968 in den diplomatischen Dienst des Vatikan und war in den päpstlichen Vertretungen in Spanien, Mexiko, Argentinien und Österreich tätig. Von 1988 bis 1991 arbeitete er für das Staatssekretariat als zweiter Sekretär von Kardinal Agostino Casaroli. 1991 erfolgte seine Ernennung zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius in São Tomé und Príncipe, sowie zum Apostolischen Delegaten in Angola. Von 1996 bis 2003 war er Nuntius in Kamerun und Äquatorialguinea.
Kurie/2
Neuer Untersekretär bei der Kongregation für die Heiligsprechungen
Am 14. Juli wurde Mons. Marcello Bartolucci, 63 Jahre, zum Untersekretär der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ernannt. Der 63-Jährige stammt aus dem umbrischen Valfabbrica (Provinz Perugia und Diözese Assisi). Bisher (seit 1968) war er als Bürohelfer dieses Dikasteriums tätig.
Kurie/3
Zweiter Privatsekretär des Papstes wird Koadjutor von Lemberg
Am 16. Juli wurde der 46-jährige Mons. Mieczyslaw Mokrzycki, bisher zweiter Privatsekretär des Papstes, zum Koadjutor des Erzbischofs von Lemberg der Lateiner (in der Ukraine), Kardinal Marian Jaworski, ernannt. Der in Polen geborene Mokrzycki wurde 1987 von Bischof Jaworski zum Priester geweiht. Jaworski war damals Apostolischer Verwalter der Ezdiözese Lemberg der Lateiner mit Wohnsitz im polnischen Lubaczów. Seit die Erzdiözese Lemberg der Lateiner 1991 wieder errichtet wurde, gehört er diesem Kirchensprengel an. Nach seiner Ernennung zum Sekretär von Bischof Jaworski, war Mokrzycki (von 1995 bis 1996) Beamter der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Dann wurde er ins Privatsekretariat von Johannes Paul II. aufgenommen und – bis heute – in das von Benedikt XVI.
Kurie/4
Zwei neue Auditoren bei der Römischen Rota
Am 5. Mai wurden zwei neue Auditoren für das Tribunal der Römischen Rota ernannt. Es handelt sich um den spanischen Monsignore Alejandro Arellano Cedillo, 45 Jahre, bisher Rota-Richter der Apostolischen Nuntiatur in Madrid, und den Inder Michael Xavier Leo Arokiaraj, 48 Jahre, bisher Chef der Cancelleria der Römischen Rota.
Geschichte
Das Mysterium der Via Rasella
Der Vatikanist Andrea Tornielli gab jüngst eine Biographie Pius’ XII. heraus (Pio XII. Eugenio Pacelli. Un uomo sul trono di Pietro, Mondadori, Mailand 2007, 661 Seiten, 24,00 Euro). Im Corriere della Sera vom 28. Juli stand ein Kommentar von Sergio Luzzatto zu lesen, in dem der Historiker das Massaker in der via Rasella (23. März 1944 in Rom) verurteilt, das der Auslöser für die brutalen Repressalien der Fosse Ardeatine war. Die Polemik entbrannte vor allem um die dabei getöteten Menschen. Torniellis Meinung nach waren die von der Partisanenbombe getöteten Menschen „Nicht-Kämpfende“, während Luzzatto die Meinung vertrat, dass das Regiment der „SS Polizei Bozen, dem sie angehörten, für einige der blutigsten Episoden des Partisanenkampfes in Italien verantwortlich war.“ Am Tag darauf präzisierte Tornielli – ebenfalls im Corriere della Sera –, dass die gegen die Partisanen gerichteten Repressalien anderen „SS Bozen“-Bataillons zuzuschreiben seien, während sich gerade jenes Bataillon – das diesen Namen erst nach dem Massaker erhielt – aus italienischen Soldaten zusammensetzte, die sich überdies weigerten, an dem Blutbad der Ardeatine teilzunehmen. Als Antwort darauf bezichtigte Luzzatto diese Soldaten erneut, „Kollaborateure“ gewesen zu sein.
Vatikanische Verlagsbuch-handlung
Don Giuseppe Costa neuer Generaldirektor
Seit dem 1. Juli hat die Vatikanische Verlagsbuchhandlung einen neuen Generaldirektor: Nachfolger von Don Claudio Rossini ist der Salesianer Giuseppe Costa. Die Ernennung wurde am 24. Juli bekannt gegeben. Don Costa, der bereits Leiter der Società Editrice Internazionale (SEI) war, stammt aus dem sizilianischen Gela. Der Dozent für Publizistik an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften der Päpstlichen Universität Salesiana (UPS) ist Verfasser zahlreicher Publikationen über Radio-, TV- und Presse-Kommunikation. Darunter Werke wie: Dietro il giornale. Elementi di storia, teoria e pratica (Las, 2004, 186 SS., 13,00 Euro), sowie Giornalismo. Teoria e pratica (Las, 2006, 316 SS., 21,00 Euro), das in Zusammenarbeit mit Angelo Paoluzzi entstand.