JUBILÄUM IN LOURDES.
11. Februar 1858

Die Grotte von Lourdes.
KIRCHE.
Zachäus, die Begegnung mit Jesus und die christliche Moral

IChristus spricht mit Zachäus auf dem Baum/I, Brandenburger Evangeliar.

Die Basilika San Cromazio in Aquileia (Udine).
Der hl. Chromatius, der Sieg des Herrn und der Advent
Lesen Sie hier die Schlussworte der Katechese von Papst Benedikt XVI. vom Mittwoch, 5. Dezember, über den heiligen Bischof von Aquileia, Chromatius: „Nehmen wir zum Abschluss dieser Überlegungen eine Ermahnung des Chromatius auf, die noch heute voll gültig ist: ‚Bitten wir den Herrn aus ganzem Herzen und mit ganzem Glauben‘, empfiehlt der Bischof von Aquileia in einer seiner Predigten, ‚bitten wir ihn, uns von jedem Übergriff der Feinde, von aller Furcht vor den Gegnern zu befreien. Er schaue nicht auf unsere Verdienste, sondern auf seine Barmherzigkeit, er, der sich auch in der Vergangenheit herabließ, die Kinder Israels nicht wegen ihrer Verdienste, sondern wegen seiner Barmherzigkeit zu befreien. Er behüte uns mit seiner barmherzigen Liebe und wirke für uns, was der heilige Mose den Kindern Israels sagte: ‚Der Herr wird zu eurer Verteidigung kämpfen, und ihr werdet still sein‘. Er ist es, der kämpft, er ist es, der den Sieg davonträgt... Und damit er sich herablasse, das zu tun, müssen wir soviel wie möglich beten. Er sagt nämlich selber durch den Mund des Propheten: ‚Rufe mich am Tag des Leidens an; ich werde dich befreien und du wirst mir Herrlichkeit geben‘ (Sermo XVI, 4: a.a.O., 3/1; S. 100-102). So erinnert uns der hl. Chromatius gerade zu Beginn der Adventszeit daran, dass der Advent eine Zeit des Gebetes ist, in der wir mit Gott in Berührung treten müssen. Gott kennt uns, er kennt mich, er kennt einen jeden von uns, er hat mich lieb, er verlässt mich nicht. Schreiten wir mit diesem Vertrauen voran in dieser liturgischen Zeit, die soeben begonnen hat“ (zitiert nach L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 50/2007, S. 2).
KIRCHE/1
Reale: Das Christentum ist die Begegnung mit einer Person
„Philosophie ist die Suche nach der Wahrheit. Im Evangelium nach Johannes sagt Jesus: ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben‘. Der Weg: auch das Christsein erschöpft sich nicht im Augenblick, es ist eine kontinuierliche Suche, weil es Begegnung mit einer Person ist. Der größte Irrtum ist es, aus dem Christentum eine systematische Morallehre machen zu wollen.“ So der Philosoph Giovanni Reale in einem Interview im Corriere della Sera am 1. Dezember als Kommentar zur Enzyklika Spe salvi von Benedikt XVI.
KIRCHE/2
Brague: Die Enzyklika enthält einige besondere Perlen
„Auch er hat die Enzyklika Spe salvi gelesen und sagt, darin ‚einige besondere Perlen‘ entdeckt zu haben.“ „Er“, das ist Professor Rémi Brague, Gelehrter und Dozent für Philosophie des Mittelalters an der Pariser Sorbonne; zu lesen stehen seine Aussagen in der Tageszeitung Il Foglio vom 14. Dezember. Besagte „Perlen“ hat er in der Enzyklika von Benedikt XVI. entdeckt, und gemeint sind damit „der Brief des Augustinus an Proba und das Zitat von Bernard von Clairvaux, ‚Gott kann nicht leiden, aber er kann mitleiden.‘ Der Aspekt, der allerdings „am meisten beeindruckt hat“ – so heißt es in dem Artikel weiter – „ist der Gedanke, dass die technischen Errungenschaften eine Quelle des Heils sein könnten, und nicht nur der Verbesserung der menschlichen Befindlichkeit. Besonders beeindruckend war auch die brennende Aktualität der Hoffnung, die es vor der Begegnung mit Christus noch nicht gab, wie Paulus im Brief an die Epheser erläutert.“
Ein interessanter Punkt in besagtem Interview ist auch der Verweis Bragues auf die „Werte“: „Über die Werte zu diskutieren ist bereits ein Symptom der Krise. Ich finde es beunruhigend, in welcher Weise das Thema seit einem Jahrzehnt in die katholische Rede Einzug halten konnte. Das bedeutet, dass wir es sind, die die Werte setzen; wir sind es, die etwas als einen Wert betrachten. Und dabei handelt es sich um ein Gut, das ein solches für alle ist. Man kann nicht von christlichen Werten so sprechen, als würden sie für Nicht-Christen nicht gelten. Da sollte man besser vom Guten sprechen.“
KIRCHE/3
Gian Enrico Rusconi: Die vergessene Erbsünde
In der la Repubblica vom 7. Dezember stand ein Artikel aus der Feder von Gian Enrico Rusconi zu lesen. Hier ein Auszug daraus: „Der heute dominante ethisch-religiöse Ansatz [seitens der Kirchenmänner, Anm.d.Red.] hat einen verschwommenen (oder einfach ungesagten) Bezug auf die großen theologischen Lehren von der Urschuld, der Erlösung, dem Heil, die historisch eins waren mit der Morallehre der Kirche. Diese theologischen Themen sind einem der Religionskultur fern stehenden Volk fast schon nicht mehr mitteilbar. Die Jahrtausendealte Lehre von der „mit der Sünde gefallenen Natur“, die die traditionellen moralischen Weisungen theologisch gestützt hat, wird stillschweigend und ohne plausible Erklärung für überholt erklärt.“
KARDINÄLE
Kardinal Stickler verstorben
Am 12. Dezember verstarb in Rom Kardinal Alfons Maria Stickler, emeritierter Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche. Der Salesianer Stickler war mit 97 Jahren das älteste Mitglied des Kardinalskollegiums. Nach seinem Tod beträgt die Zahl der Kardinäle 200, 120 davon Wähler. Der älteste ist nun der deutsche Benediktiner Paul Augustin Mayer (96).
NAHOST/1
Olmert: Entweder zwei Staaten oder Apartheid
„Wenn sich die Lösung ‚zwei Staaten für zwei Völker‘ als Schlag ins Wasser erweisen sollte, wird der Tag kommen, an dem wir einen Krieg um Rechtegleichheit im südafrikanischen Stil erleben, und dann hat für Israel die letzte Stunde geschlagen.“ So der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert in einem Interview, das die Tageszeitung Haaretz nach dem Gipfel von Annapolis mit ihm führte. An diesem Gipfel, bei dem eine Lösung der Probleme des Nahen Ostens gefunden werden sollte, nahmen nicht nur Israel und Palästina teil, sondern auch Syrien und Saudi-Arabien. Besagtes Interview wurde in Italien von der Tageszeitung La Stampa (30. November) aufgegriffen.
NAHOST/2
Elie Wiesel, der Frieden mit Deutschland und mit Palästina
„Den Palästinensern sage ich: Israel hält seine Versprechen, das zeigt der Frieden mit Ägypten, der die gemeinsamen Grenzen garantierte. Und den Israelis sage ich: wenn ihr mit Deutschland Frieden geschlossen habt, könnt ihr das auch mit euren palästinensischen Vettern tun.“ So Nobelpreisträger und Überlebender des Konzentrationslagers Auschwitz, Elie Wiesel, im Corriere della Sera am 28. November.
RUSSLAND
Evtushenko, Russland und die amerikanischen Militärstützpunkte
„In den ehemaligen Satellitenstaaten der UdSSR schießen amerikanische Militärstützpunkte wie Pilze aus dem Boden. In unserem Garten wimmelt es nur so von amerikanischen Waffen, und wie man hört, sollen es bald noch mehr werden. Letztendlich hat Russland heute in keinem Land der Welt Militärstützpunkte, aber es kann die der anderen nicht übersehen, die sich in seiner unmittelbaren Nachbarschaft befinden. Und nicht nur das: die westlichen Länder hören nicht auf, Moskau belehren zu wollen; es gibt keinen Gipfel, der nicht eine willkommene Gelegenheit ist, um herauszustreichen, dass Russland nicht demokratisch genug sei. Und wenn man bedenkt, von welcher Kanzel diese Predigt kommt! Zeigen Sie mir ein Land, das ein Musterbeispiel an Demokratie ist, ein Vorbild, auf das ich als Weltenbürger stolz sein kann. Zunächst einmal sollte sich jeder seine eigene Schuld eingestehen. Ich erlaube mir unter diesen Bedingungen folgenden Vergleich: nicht einmal Andrej Sakharov – wenn er heute Präsident Russlands wäre – könnte einen solchen Kontext ignorieren.“ So der große Dichter Evghenij Evtushenko in einem Interview (la Repubblica, 3 Dezember) über die russischen Wahlen.
USA
Für den Guru der Neokonservativen ist es für einen Angriff auf den Iran zu spät
„Wie immer man die Beschlüsse des National Intelligence Estimate (Nie) auch beurteilen mag, laut dem der Iran sein Atomwaffenprogramm 2003 unterbrochen hat – und verschiedene Punkte des Berichts sind noch zu klären –, muss man doch zugeben, dass ihre Auswirkungen außer Frage stehen. Die Administration Bush kann in den letzten Monaten ihres Mandats weder einen Angriff auf den Iran ausführen noch damit drohen, ohne ihre Glaubwürdigkeit einzubüßen solange keine deutliche Provokation seitens des Iran vorliegt. Der Weg des Militärangriffs gegen vermeintliche iranische Atomanlagen war schon immer sehr riskant. Diese Gelegenheit hat die Administration Bush verpasst.“ So der Beginn eines Artikels im Corriere della Sera vom 8. Dezember mit dem Titel: Mit Teheran verhandeln? Dann besser gleich!. Der Artikel stammt aus der Feder von Robert Kagan, führender Exponent der amerikanischen neocons.
Kurie
Neuer Sekretär und beigefügter Sekretär im Päpstlichen Rat der sozialen Kommunikationsmittel
Am 30. November wurde der neue Sekretär des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel ernannt. Es handelt sich um Mons. Paul Tighe aus dem Klerus der Erzdiözese Dublin, bisher Direktor des „Diocesan Office for Public Affairs“. Am selben Tag wurde Mons. Giuseppe Antonio Scotti zum beigefügten Sekretär dieses Dikasteriums ernannt. Bisher war er in der Sektion für die allgemeinen Angelegenheiten des Staatssekretariats beschäftigt.
DEUTSCHLAND
Reinhard Marx neuer Erzbischof von München
Am 30. November wurde der neue Erzbischof des Erzbistums München und Freising ernannt. Es handelt sich um Mons. Reinhard Marx, bisher Bischof von Trier. Marx (54) aus dem Erzbistum Paderborn empfing 1979 die Priesterweihe. Von 1979 bis 1981 war er Vikar in Arolsen, von 1981 bis 1989 wurde er kirchlicher Assistent des Sozialinstituts „Kommende“ in Dortmund. 1986 begann er sein Studium an der Ruhr-Universität Bochum, wo er sein Doktorat in Theologie machte. 1989 wurde er zum Direktor der „Kommende“ ernannt. Er war auch außerordentlicher Professor für christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn. 1996 wurde er zum Weihbischof im Erzbistum Paderborn ernannt, im Dezember 2001 zum Bischof von Trier. In der deutschen Bischofskonferenz ist er Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Er ist auch Delegierter in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (Comece), Vorsitzender der deutschen Kommission Iustitia et Pax und Großprior der deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, sowie Mitglied des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.
Holland
Eijk zum Erzbischof von Utrecht ernannt
Am 11. Dezember wurde Willem Jacobus Eijk (54), seit 1999 Bischof von Groningen-Leeuwarden, zum Erzbischof -Metropolit von Utrecht ernannt. Eijk, der 1985 für die Diözese Roermond zum Priester geweiht wurde, promovierte an der Universität Leiden in Medizin und an der Päpstlichen Universität San Tommaso d’Aquino in Rom in Moralphilosphie. 1990 erwarb er das Lizentiat in Moraltheologie am Päpstlichen Institut Johannes Paul II. für die Studien über Ehe und Familie in Rom. Seit 1990 unterrichtete er Moraltheologie an den Priesterseminaren Rolduc und ’s-Hertogenbosch. Von 1994 bis 1995 war er Leiter des Instituts „Mater Ecclesiae Domesticae“ für Studien über die Familie in Rolduc. Von 1996 bis 1999 war er zuerst Dozent und dann Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Lugano. Von 1997 bis 1999 war er Mitglied der Internationalen Theologenkommission. Er ist Konsulent der Päpstlichen Akademie für das Leben.
Demokratische Republik Kongo
Monsengwo Pasinya zum Erzbischof von Kinshasa ernannt
Am 6. Dezember wurde Mons. Laurent Monsengwo Pasinya (68) zum Erzbischof von Kinshasa ernannt. Monsengwo Pasinya, der 1963 die Priesterweihe empfing und 1980 zum Weihbischof von Kisangani ernannt wurde, war seit 1988 Erzbischof dieser Diözese. Seit 2004 ist er Präsident der Bischofskonferenz der Demokratischen Republik Kongo.
Vatikanstadt
Professor Paolucci neuer Museumsdirektor
Am 4. Dezember wurde Professor Antonio Paolucci (68) zum neuen Direktor der vatikanischen Museen ernannt: Paolucci, der bei Roberto Longhi im Fach Kunstgeschichte promovierte und seine Spezialisierung bei Francesco Arcangeli erlangte, war schon im Alter von 29 Jahren leitendes Mitglied der Kulturgüter des italienischen Staates. Er war Oberintendant in Venedig, Verona, Direktor des „Opificio delle Pietre dure“, Oberintendant für den florentinischen Museumspol und Generaldirektor für die kunsthistorischen Güter der Toskana. Von Januar 1995 bis Mai 1996 war er Minister für die kunsthistorischen Güter in der Regierung unter Vorsitz von Lamberto Dini. Nach dem Erdbeben von 1997 leitete er als Regierungskommissar die Restaurierung der Franziskus-Basilika in Assisi. Derzeit ist er Präsident des Wissenschaftlichen Komitees für die Kunstausstellungen in den „Scuderie“ des Quirinals. Er ist Vizepräsident des Hohen Rates für Kulturgüter und Konsulent des Bürgermeisters für die bürgerlichen Museen von Florenz.
Am 4. Dezember wurde der Vorgänger von Paolucci an der Leitung der vatikanischen Museen, Francesco Buranelli, zum Sekretär der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche und Inspektor der Päpstlichen Kommission für sakrale Archäologie ernannt.
DIPLOMATIE/1
Neue Nuntien in Nicaragua, Chile und Rumänien
Am 28. November wurde der Apostolische Nuntius in Nicaragua ernannt. Es handelt sich um den polnischen Erzbischof Henryk Józef Nowacki (61), seit 2001 Apostolischer Nuntius in der Slowakei.
Am 6. Dezember wurde Erzbischof Giuseppe Pinto zum Nuntius in Chile ernannt. Der aus Apulien stammende 55-jährige Pinto war seit Dezember 2001 Apostolischer Nuntius in Senegal. Zuvor war er im Sondersekretariat des damaligen Kardinal-Staatssekretärs Angelo Sodano beschäftigt.
Am 10. Dezember wurde der spanische Erzbischof Francisco-Javier Lozano (64) zum Nuntius in Rumänien und Moldawien ernannt. Seit 2003 war er Apostolischer Nuntius in Kroatien. Zuvor war er als Päpstlicher Vertreter in Tansania (1994-1999), in der Demokratischen Republik Kongo (1999-2001) und als Chef des Informationsbüros der 1. Sektion des Staatssekretariats tätig (2001-2003).
DIPLOMATIE/2
Neue Vertreter der PLO und neue, nicht in Rom wohnhafte Botschafter beim Hl. Stuhl
Am 10. Dezember empfing der Papst Shawqi Jabriel Armali in Audienz, den neuen Leiter des Ständigen Büros der Palästinensischen Befreiungsorganisation beim Hl. Stuhl.
Am 13. Dezember wurden dem Papst die Akkreditierungsschreiben von sieben Botschaftern beim Hl. Stuhl überreicht, die nicht in Rom wohnhaft sind. Es handelt sich um die Vertreter der folgenden Länder: Thailand (Chaiyong Satjipanon, 54), Wohnsitz Bern), Seychelles (Alain Butler Payette, 50, wohnhaft in seiner Heimat), Namibia (Peter Hitjitevi Katjavivi, 66, Wohnsitz Berlin), Gambia (Elizabeth Ya Eli Harding, 51, Wohnsitz London), Suriname (Urmila Joella-Sewnundun, 39, Wohnsitz Den Haag), Singapur (Barry Desker, 60, Wohnsitz Paris), Kuwait (Suhail Khalil Shuhaiber, 63, Wohnsitz Bern).