30TAGE IN KIRCHE UND WELT
BARACK OBAMA
Obama besucht das Grab Romeros
![Barack Obama besucht das Grab Romeros. <BR>[© Associated Press/LaPresse]](http://www.30giorni.it/upload/articoli_immagini_interne/49-03-011.jpg )
Barack Obama besucht das Grab Romeros.
[© Associated Press/LaPresse]
NAHOST
Frieden schließt man mit Feinden

Amos Oz, Una storia di amore e di tenebra, Feltrinelli, Turin 2005, 627 SS., Euro 13,00.
Kurznachrichten
![Benedikt XVI. im Gebet versunken. <BR>[© Osservatore Romano]](http://www.30giorni.it/upload/articoli_immagini_interne/56-03-011.jpg)
Benedikt XVI. im Gebet versunken.
[© Osservatore Romano]
Der hl. Alfons: „Wer betet, wird gerettet“
Benedikt XVI. wollte seine Katechese vom Mittwoch, den30. März, Alfons Maria de’ Liguori widmen, jenem neapolitanischen Heiligen, der – wie der Papst herausstellte – auch das berühmte Weihnachtslied Tu scendi dalle stelle verfasst hat. „Zu seiner Zeit hatte sich eine sehr strenge Auffassung vom moralischen Leben verbreitet, auch aufgrund der jansenistischen Denkweise, die – statt Vertrauen und Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes zu nähren – die Angst schürte und ein Antlitz Gottes zeigte, das finster und streng war, weit entfernt von dem, das Jesus uns offenbart hat. Vor allem in seinem Hauptwerk mit dem Titel Theologia moralis bietet er eine ausgewogene und überzeugende Synthese aus den Anforderungen des göttlichen Gesetzes, das in unsere Herzen eingeschrieben ist, von Christus vollkommen offenbart wurde und von der Kirche maßgeblich ausgelegt wird, und den Dynamiken des Gewissens und der Freiheit des Menschen, die gerade in der Treue zur Wahrheit und zum Guten das Heranreifen und die Verwirklichung der Person gestatten. Den Seelenhirten und den Beichtvätern legte der hl. Alfons ans Herz, der katholischen Morallehre treu zu sein und gleichzeitig eine liebevolle, verstehende, gütige Haltung einzunehmen, damit sich die Büßer auf ihrem Weg des Glaubens und des christlichen Lebens begleitet, gestützt und ermutigt fühlen können. Der hl. Alfons wurde nie müde, immer wieder zu sagen, dass die Priester ein sichtbares Zeichen der unendlichen Barmherzigkeit Gottes sind, der vergibt und das Herz des Sünders erleuchtet, damit er umkehrt und sein Leben ändert. In unserer Zeit, in der es deutliche Zeichen der Verwirrung des sittlichen Bewusstseins gibt und – das muß zugegeben werden – einen gewissen Mangel an Wertschätzung gegenüber dem Sakrament der Beichte, ist die Lehre des hl. Alfons immer noch von großer Aktualität [...]“. Über die Beziehung des Heiligen zum Gebet sagte der Papst: „Über das Gebet schreibt er: “Gott verweigert keinem die Gnade des Gebetes, mit dem er Hilfe erhält, um alle Begierde und Versuchung zu besiegen. Ich wiederhole und werde es wiederholen, solange ich lebe, daß unser Heil im Gebet liegt.” Von hier kommt sein großer Lehrsatz: “Wer betet, wird sicherlich gerettet” (vgl. Del gran mezzo della preghiera e opuscoli affini. Opere ascetiche II, Rom 1962, S. 171). In diesem Zusammenhang kommt mir die Mahnung meines Vorgängers, des ehrwürdigen Dieners Gottes Johannes Paul II., in den Sinn: „Unsere christlichen Gemeinden müssen echte ˈSchulenˈdes Gebets werden. … [...]”. Unter den Gebetsformen, die der hl. Alfons nachdrücklich empfahl, nahm der Besuch des Allerheiligsten oder, wie wir heute sagen würden, die kurze oder längere, persönliche oder gemeinschaftliche Anbetung der Eucharistie eine herausragende Stellung ein. Alfons schreibt: “Nach den Sakramenten ist die Anbetung Jesu im Sakrament die erste aller Frömmigkeitsübungen. Sie ist Gott sehr gefällig und uns äußerst nützlich… [...]. O wie wunderbar, gläubig vor einem Altar zu verweilen… und ihm seine Sorgen und Nöte vorzubringen, wie ein Freund dem vertrauten Freunde!” (vgl. Besuchungen des allerheiligsten Sakraments und der allerseligsten Jungfrau Maria, Einleitung)“.
Papst/2
Der hl. Laurentius von Brindisi und das „leichte Joch“ Jesu
In seiner Katechese vom Mittwoch, den 23. März über den hl. Laurentius von Brindisi sagte Papst Benedikt XVI.: „In meiner Ansprache an die Priester und Seminaristen in der Kathedrale von Brindisi, Laurentius’ Geburtsstadt, habe ich in Erinnerung gerufen: “Der Augenblick des Gebets ist der wichtigste Moment im Leben des Priesters, denn in ihm wirkt die göttliche Gnade und verleiht seinem Dienst Fruchtbarkeit. Beten ist der vorrangige Dienst an der Gemeinde. Deshalb müssen die Momente des Gebets in unserem Leben eine bevorzugte Stelle einnehmen. … [...]“. Zum Abschluß seiner Katechese stellte der Papst heraus: „Der Heilige Geist sorgt dafür, daß das Joch des göttlichen Gesetzes nicht drückt und seine Last leicht ist, damit wir die Gebote Gottes mit größter Leichtigkeit, ja sogar mit Freude befolgen.“

Das Kloster von Lecceto, Siena.
Augustinerinnen verfassen und illustrieren Kreuzwegmeditationen
Am 25. März gab das Vatikanische Presseamt bekannt, dass der Papst Sr. Maria Rita Piccione beauftragt hat, die Karfreitags-Meditationen für den diesjährigen Kreuzweg im Kolosseum in Rom zu verfassen. Die Ordensschwester ist Vorsitzende der Föderation der Augustinerinnen des Klosters “Santi Quattro Coronati” in Rom. Für die Illustrationen des Kreuzweg-Heftes zeichnet eine andere Augustinerin verantwortlich: Sr. Elena Manganelli vom Kloster in Lecceto (Siena).
![Antonio Cañizares Llovera im Apostolischen Vikariat von Kuwait. [© Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung]](http://www.30giorni.it/upload/articoli_immagini_interne/52-03-011.jpg )
Antonio Cañizares Llovera im Apostolischen Vikariat von Kuwait. [© Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung]
Cañizares und die Jungfrau Maria, die jetzt auch Unsere Liebe Frau von Arabien heißt
„Ich erkläre Unsere Liebe Frau von Arabien zur Patronin der beiden Apostolischen Vikariate der Golfregion. Mit diesen feierlichen Worten erklärte Kardinal Antonio Cañizares Llovera, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Unsere Liebe Frau von Arabien am 16. Januar 2011 in der Kathedrale von Kuwait zur Patronin aller Golfstaaten: Kuwait, Bahrein, Katar, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen und Oman. Dieser “neue” Titel der Muttergottes hat die Menschen zutiefst bewegt. Nun können wir zu so ruhmreichen Titeln wie “Unsere Liebe Frau von Lourdes”, “Unsere Liebe Frau von Fatima”, und viele andere, auch “Unsere Liebe Frau von Arabien” hinzufügen. Hier in Kuwait hat es keine Marienerscheinungen gegeben wie in Lourdes, Fatima und anderswo. Dennoch war sie stets präsent, konnte Jesus hierher bringen, noch bevor der Islam Einzug hielt. So kann man auch auf der Insel Failaka, die zu Kuwait gehört, die Reste einer – wahrscheinlich nestorianischen – Kirche aus dem 5. Jahrhundert finden. Und viele andere wichtige archäologische Reste von Kirchen aus dieser Zeit, die sich auch in anderen Golfländern finden. Ihr wollten wir die ganze Golfregion weihen, damit sie es sei, die unseren Dienst vorwegnimmt und ihn begleitet.“ So der Beginn eines Artikels im Osservatore Romano vom 11. März aus der Feder des Apostolischen Vikars in Kuwait, des Combonianers Camillo Ballin. Der Artikel endet mit einem Satz aus der Predigt von Kardinal Cañizares im vergangenen Januar: „Die Jungfrau Maria, Unsere Liebe Frau von Arabien, helfe uns, Jesus nachzufolgen, fest und treu im Glauben zu bleiben und immerdar auf Jesus zu blicken, Quelle unseres Glaubens.“
Kirche/2
Tettamanzi, der hl. Johannes Chrysostomus und das Evangelium des guten Christen
„Wir könnten es so sagen: ein falschverstandener Glaube impliziert in gewisser Weise, dass man ein Ideal oder einen Gott besitzt, den man letztendlich für seine eigenen Zwecke benützt. Wer hingegen vom wahren Glauben beseelt ist, stellt sich selbst in den Dienst des anderen und will nicht die Realität beherrschen.“ So Kardinal Dionigi Tettamanzi in einem Interview in der la Repubblica vom 14. März. Auf die Frage, was es bedeute, an Gott zu glauben, antwortete er: „Es bedeutet nicht so sehr, sich auf ein absolutes und transzendentes Wesen zu beziehen, sondern auf ein Wesen, das einen Namen hat, ein Gesicht und ein Herz. Es bedeutet, an jemanden zu glauben, der mich auffängt, der mich begleitet, mich aufrüttelt, mich tröstet. Und der mich zwingt, mein Verhalten zu ändern. Der Glaube ist also nicht so sehr ein Konzept, sondern ein Gedanke, eine Gemeinschaft. Und das gilt nicht nur für Katholiken oder Christen.“ Zur Erläuterung, worin das christliche Zeugnis besteht, erinnerte er an die Lehre des hl. Johannes Chrysostomus, „der behauptet, dass es nicht notwendig sei, das Evangelium zu verkünden. Wenn der Glaube in den einfachsten und demütigsten Gesten des guten Christen lebt, dann wird er selbst Evangelium: ein lebendiges Evangelium“.

Kardinal Varkey Vithayathil.
Kardinal Vithayathil verstorben. Kardinal Mahony zurückgetreten
Am 1. April verstarb der indische Kardinal Varkey Vithayathil (84), Redemptorist und seit 1999 syrisch-malabarischer Großerzbischof von Ernakulam-Angamaly. An diesem Tag setzte sich das Kardinalskollegium aus 200 Purpurträgern zusammen, 116 davon papstwahlberechtigt. Am 1. März nahm der Papst das Rücktrittsgesuch von Kardinal Roger Michael Mahony an, der bisher die Erzdiözese von Los Angeles (USA) leitete. Er hatte zwei Tage vorher das 75. Lebensjahr vollendet. Sein Nachfolger ist Erzbischof José Horacio Gómez (59) aus dem Klerus des Opus Dei. Seit April 2010 war er Koadjutor dieser Erzdiözese.
Nordafrika/1
Ägypten und jene, die Zwietracht säen zwischen Christen und Muslimen
In einem Artikel in der italienischen Tageszeitung la Repubblica (8. März) wird berichtet, dass die Rebellen während des jüngsten ägyptischen Aufstands in die Paläste der Macht eingedrungen sind und dort – später im Internet verbreitetes – Informationsmaterial mitgehen ließen, in dem die Verbrechen des Regimes aufgelistet werden. Der Artikel endet wie folgt: „Besonders schwerwiegend ist die Anschuldigung, Spannungen zwischen Christen und Muslimen zu schüren, gefolgt von Razzien in islamistischen Kreisen[...]. Und die Verbreitung der Dokumente macht auch die Ermittlungen gegen den Innenminister Mubaraks, den mächtigen Habib al-Adly, glaubwürdiger. Am 7. Februar nahm ihn die Staatsanwaltschaft von Kairo in die Liste der Verdächtigen auf, die mit dem Anschlag in Zusammenhang gebracht werden, der zu Weihnachten auf eine koptische Kirche in Alexandria verübt wurde.“
Nordafrika/2
Nazis, intelligente Bomben und Präventivkriege
In einem Artikel im Corriere della Sera (21. März) stellt Armando Torno vor dem Hintergrund des Konflikts in Libyen Überlegungen zur Gratwanderung zwischen gerechten und ungerechten Kriegen an: „Beim ersten Golfkrieg war das Konzept der “intelligenten Bomben” im Gespräch; 2002 sprach Präsident George W. Bush vom “Präventivkrieg”. Ein Begriff, der keineswegs neu war: Joseph Goebbels hatte ihn schon 1940 und 1941 für die Bombardierung Londons gebraucht – “nur dort”, wo es Arsenale gab – und für den Angriff auf Russland, um einer Offensive Stalins zuvorzukommen.“ Als Argument für oder gegen den Krieg wird folgendes aufgeführt: „Titus Livius hat seine Natur erkannt: “Bellum se ipse alet”, oder “Der Krieg nährt sich aus sich selbst”(Ab urbe condita XXXIV, 9); vielleicht kann man deshalb manchmal nicht zwischen gerechtem und ungerechtem Krieg unterscheiden.“
![Der libanesische Patriarch Béchara Raï. <BR>[© Associated Press/LaPresse]](http://www.30giorni.it/upload/articoli_immagini_interne/53-03-011.jpg )
Der libanesische Patriarch Béchara Raï.
[© Associated Press/LaPresse]
Raï neuer maronitischer Patriarch, Shevchuk neuer Großerzbischof von Kiew
Am 25. März gewährte der Papst die Ecclesiastica Communio, um die Béchara Boutros Raï bei ihm angesucht hatte. Béchara Boutros Raï war am 15. März von der Bischofssynode der maronitischen Kirche in Bkerké im Libanon kanonisch zum maronitischen Patriarchen von Antiochien gewählt worden. Raï (71), aus dem maronitischen Orden von der Jungfrau Maria, war seit 1986 Patriarchatsvikar. 1990 wurde er in die Eparchie von Jbeil (Byblos) versetzt.
Am 25. März bestätigte der Papst auch Sviatoslav Shevchuk in seinem Amt, der am 23. März von der Bischofssynode der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine in Lviv kanonisch zum Großerzbischof von Kyiv-Haly gewählt worden war. Shevchuk (41) war seit 2009 Weihbischof der Eparchie von Santa María del Patrocinio im argentinischen Buenos Aires, wo er seit 2010 Apostolischer Administrator sede vacante war.